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Luke Vibert – Rhythm

Luke Vibert: Rhythm

Luke Vibert gehört zu einer aussterbenden Spezies von Produzenten, die in der erwürdigen Downbeat-Ära Mitte der 90er Jahre um Labels wie Ninja Tune oder Mo Wax instrumentalen HipHop revolutioniert haben. Dass dieser dann im Mainstream als TripHop landete, war diesen Freigeistern natürlich völlig egal, weil man sich sowieso nie an ein Genre hängen wollte. Die Kreativität litt bei solch freigeistigen Aktivisten nie. Als alle Welt über „Trippi“ als denn heissen Scheiss sprach, produzierte Vilbert schon wieder in ganz anderen Sphären und unter dem Pseudonym „Plug“ Jungle bzw. Drum’n’Bass-Variationen und kehrte als Wagon Christ ganz im Stiele seines gleichgesinnten Kollegen DJ Food, immer wieder für geschmeidige Downbeat-Exkursionen (inkl. Remixen) zurück. So bekannt wie die Kollegen Krush, Shadow, Vadim oder Food wurde er wohl nicht, weil er die Komponente DJ nicht im Reportoir hatte. Seine Veröffentlichungen waren immer hochwertig und interessant.

2006 konnte er noch als Spac Hand Luke mit einigen kontroversen Dubstep-Tunes den Untergrund etwas durchrütteln, geht er jetzt wieder zurück zu seinen eigenen Wurzeln.

Was sich viele Fans nach Experimenten im elektronischen Bereich gewünscht haben, tritt nun mit seinem neusten Streich in Kraft. Vilert baut wieder HipHop-Instrumentals die sich konventionellen und zeitgenössischen Erfolgsformeln gänzlich fremd sind. Ein Spektakel ist „Rhythm“ nicht – jedoch dokumentieren die 11 Tracks, dass Vibert nach all den Jahren sein Ideenreichtum nicht verloren hat. Einige internationale Stimme sprechen hier von einem gelungenen Comeback eines Old-School-Downbeat-Schraubers. Das kann man definitiv unterschreiben. Vibert bereitet hier zwischen downtempo und midtempo ein dickes Stück Groove auf, welche sehr sehr entspannt ist, weil es wohl weiss, dass es aus einem über 20 Jahren alten Erfahrungsfundus schöpfen kann.

Peter Hagen

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