Das kalifornische Lieblingslabel alle Anhänger der freien und unabhängigen HipHop-Kunst, hat es sich zur Aufgabe gemacht, trotz des Welterfolgs des Soulcrooners Aloe Blacc, seiner Linie treu zu bleiben. So gibt es nun wieder Beats & Rap einer ganz eigenen Brauart. Es gibt HipHop jener Sorte, die ihre Geschmackssicherheit über Jahre hinweg etabliert und verbreitet hat. Es gibt ja nicht einfach so Leute, die grundlos beschwören „man könne Stones Throw-Lps immer blind kaufen“. Relativieren kann man das nur, wenn man etwas objektiver sieht, dass nicht jeder Madlib-Beat eine Kopfbombe ist, jedoch waren es in den letzten zehn Jahren sehr , sehr viele! Der aus Oxnard, CA stammende MC Metaphoar, steht in der Gunst des Großmeisters Otis Jackson aka Madlib und hat, inzwischen unter dem Abkürzel M.E.D, einige Madlib-Granaten für sein neues Werk mit dem bescheidenen Namen „Classic“ bekommen. Neben den durchaus auch erwähnenswerten Beatkonstruktionen von Oh No, Georgia Ann Muldrow, Alchemist und Karieem Riggins darf man hier von einigen überragenden, sehr abgehangenen musikalischen Ergüssen sprechen, die M.E.D ein wunderbar kohärente Basis für seine vernebelten Geschichten bieten. Wer Lootpack, MF Doom und Jaylib als seinen persönlichen heiligen Gral bezeichnet, wird dies als anbetungswürdig bezeichnen – für den Rest der Menschen, die gerne Hochqualitätsware im Bereich des Indie-Rap feiern, sollte diese Scheibe nicht für weniger Freudenjubel sorgen. Gründe dafür gibt es zu Genüge. So kann man problemlos bei „Too Late“ sein Hemd zerreißen, wären man in die Menge pogo springt. Oder auf „Classic“ Zeuge wird, wie M.E.D den guten Talib Kweli zu lange nicht mehr gehörter Stärke treibt. Oder wenn man sich auf „Outta Control“ weder an Busta Rhymes noch an EPMD erinnert, sondern kurz vor der Nackenstarre ist, weil HipHop eben auch den (dreckigen) Ausgleich zu den synthie-lastige Produktionen der Jetztzeit braucht. Freude!
Text: Peter „Parker“ Hagen