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Mädness & Döll – Ich und mein Bruder

mäd döll

Review:

Hessens Meisterspitter Mädness und Döll sind nicht nur Brüder im Geiste, sondern entspringen tatsächlich der selben elterlichen Abzweigung im Stammbaum und teilen somit mehr als nur ein paar Features. Nach gemeinsamen Touren mit K.I.Z. und Audio88 & Yassin haben die Beiden mit „Ich und mein Bruder“ nun recht spontan ihr erstes gemeinsames Album aus dem Boden gestampft und damit direkt einen Vertrag bei den Jungs von Four Music (Sony) eingeheimst. Aber bei einem solchen Befreiungsschlag von Album wundert das wohl auch keinen, denn noch nie kamen die Jungs persönlicher daher. Dabei hätten sie auch locker eine Platte voller Hymnen wie dem Titeltrack hin klatschen können, aber stattdessen wurde Untergrundrap Coach Torky Tork zum gemeinsamen Musizieren ins Thüringer Hinterland eingeladen und in kürzester Zeit entsandt ein Projekt der Extraklasse. Darauf ergänzen sie sich so brüderlich, dass auch keine weiteren Features am Mic nötig sind um nach ihren gefeierten letzten Veröffentlichungen „Maggo“ und „Weit entfernt“ die Messlatte weiter hoch zu halten.
Laut der Beiden war die zweite Single „Unabhängig“ das erste Lied, wodurch ihre aktuelle Zusammenarbeit ins Rollen geriet. Und gerade der Song zeigt, wie schön sich die Sichtweisen der Brüder zu einem Thema zusammenfügen und gemeinsam funktionieren, ohne zu abgesprochen oder großartig geplant zu klingen. Thematisch dreht sich „Ich und mein Bruder“ um gute und hauptsächlich schlechte Zeiten der Brüder. Probleme, gescheiterte Beziehungen, verlorene Angehörige und weitere einschneidende Erfahrungen prägen das Album ohne deprimierend zu wirken, sondern mit dem Aufruf zum Weitermachen und seinen eigenen Weg zu finden, oder wie auf „Mood“ proklamiert, wird hier eben das Leben mit in die Boof genommen. Wegen der im Vergleich zum bisherigen Schaffen sehr eingängigen und oft gesungenen Hooks, war ich zu Beginn noch skeptisch, doch gerade diese haben es nach ein paar Tagen geschafft zu Ohrwürmen im positiven Sinne zu mutieren und letztendlich wurden „Probleme“, „Mood“ und „Alright“ zu meinen Lieblingsliedern der letzten Wochen. Man könnte sogar schon munkeln, dass die Platte durchaus das Potential zum modernen Klassiker hat…Apropos:
„Ich und mein Bruder, das zweite Weltwunder. Deine Reime sind keine Kunst meine sind Mundart“

Text: Henrik Hu


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