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Marbert Rocel: Speed Emotions

Review:

Elektronische Musik ist weiter auf dem Vormarsch sich in den Popgefilden den verdienten Platz zu erringen. Dass es inzwischen solche Klangwelten nicht nur für Spezialisten und Insidern auf Vinyl, sondern auch auf CD und auch in Albumlänge gibt – kommt der Sache an sich sehr entgegen. Die aus London inzwischen zu uns nach good old Europe übergeschwappte Dubstep-Welle bestätigt diese Entwicklung weiter. Mit guten Longplayern haben sich Künstler wie Kode 9, Burial (Hyperdub)oder Skream (Tempa Records) dem Konzept verschrieben auch auf Albumlänge ihre als Hybriden aufgeblasenen Groove unters Volk zu bringen. Wo Dubstep sich alle Freiheiten nimmt und harmonisch im Genreurwald wildert, versuchen sich immer mehr Acts daran, elektronische Musik mit anderen Komponenten zu mischen. Jazz & Techno darf man seit Detroit und Theo Parrish sehr wohl miteinander fruchten lassen und ist lange kein Widerspruch mehr. Cobblestone Jazz, dass Bandprojekt von Mathew Jonson hat es erst kürzlich wieder gezeigt, dass es hier noch einige wunderbare Ansätze gibt, die man musikalisch entdecken und ausarbeiten kann. Mathew Herbert steht wohl als Pate über allem. Sein Gefrickel u.- Experiemtierfreude hat Welten verschoben und bewies, dass elektronische Musik durchaus auf Albumlänge Spannung erzeugen und überzeugen kann. Pop ist hier nicht erst seit Kompakt Records ganz groß geschrieben. Das Thüringer Trio Marbert Rocel macht geschmeidige, knarzige Electrosounds die im Popuniversum ihre Berechtigung ausrufen. Das passiert mit der streichelnden Stimme von Antje Seifahrt. Sie ist die abrundende Komponente auf einer rasanten Fahrt durch elektronische Sphären die sich durchaus an Ambient-Dogmen orientieren, jedoch für 08/15 Lounge-Sounds viel zu berauscht sind. House und Acid sind keine Fremdwelten und werden oft angedeutet. „Speed Emotions“ ist der äußerste, akzeptable und ästhetischste Kompromiss den die Radiolandschaft braucht um sich elektronischer Musik zu öffnen. Ein Album zur richtigen Zeit? Man darf hier Compost-Chef Michael Reinboth vertrauen.

Peter Hagen (Jazzriots)

Tracks:

  • 01. Seven Stars
  • 02. Cornflakeboy
  • 03. Eleanor Birdbath
  • 04. The Pack
  • 05. Beats Like Birds
  • 06. Purple Bass
  • 07. tttictictac
  • 08. Blue Days
  • 09. ’Cause You
  • 10. Roll To Roll
  • 11. Red Shoes
  • 12. The Harder They Come

Releases:

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Interpret:
Marbert Rocel
Label:
Compost Records
Stil:
Techno Elektro Pop Ambient

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