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Marcia Griffiths: Reggae Anthology – Melody Life

Marcia Griffiths: Reggae Anthology - Melody Life

Kann Musik so klingen, als ob sie nicht nur wie Sonne auf dem Bauch kitzelt – sondern auch wirklich etwas ganz tief drin berührt? Ja es gibt solche Musik noch. Ein Beispiel dafür sind die gesammelten Werke von Marcia Griffiths. Freunde von Reggae und Rocksteady werde sofort beipflichten. In diesem elitären Kreis von Kennern alter 60s & 70s-Klänge aus Jamaika sind rar. Ein Grund mehr die ,,Empress” (Kaiserin) dieses Genres, wie sie oft verehrend genannt wird, einmal mehr in Erinnerung zu rufen. Wie konnte es überhaupt passieren, dass sie nie wirklich in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde? Gerade bei dem augenblicklichen Dancehall/Reggae-Boom ist es doch wirklich an der Zeit sich den Wurzeln zu erinnern und ihnen den Tribut zu zollen der ihnen wirklich gebührt! VP Records wollen nun den lange auf sich wartenden Teil dazu beitragen und veröffentlichen die Doppel-CD ,,Melody Life”, eine schöne Übersicht über das Schaffen dieser einzigartigen Künstlerin. 40 Jahre ist Marcia Llyneth Griffiths nun bereits verantwortlich für etliche Klassiker. Mit 15 konnte sie1964 mit Bryon Lee & the Dragonaires Band ihre ersten Backgrounderfahrungen sammeln. Danach folgen einige Soloauftritte die sie schließlich zu dem Duo ,,Marcia & Bob” führten. Mit ,,Young, black & gifted” hatten sie dann auch einen passablen Hit, der sogar die Tür zum Detroiter Kultlabel Motown Records öffnete. Von 1974 – 1981 gehörte sie dann zu den I-Threes, einer Gruppe Sängerinnen – die niemand geringeren als Bob Marley auf seinen Welttourneen begleiteten. Wäre dass nicht schon genug Musikgeschichte, hatte sie dann sogar noch einen beachtlichen Anteil am ,,Electric Slide” – einem Discotanz, der 1976 von New York aus um die Welt ging. Sie sag das Stück ,,Electric Boogie” zu welchem man sich hier kollektiv bewegt hatte. Zudem war sie eine der ersten Frauen überhaupt, die auf Jamaika Platten aufnahmen. Jedoch war damals der Fokus auf die Wailers und ihrer Lichtgestalt so groß, dass man diese Künstlerin leichtfertig übersah.

Die Intensität ihrer Werke ist nie verloren gegangen. Ihre Musik (u.a. von Harry J., Lloyd Chambers, Jackie Mitoo & Coxone Dodd produziert) ist heute so lebendig, harmonisch und zeitlos, wie man Analoges vielleicht nur noch im klassischen Soul-Sektor finden kann. Verstauber Reggae? Von wegen. Wir verneigen uns.

Peter Hagen (Jazzriots)

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