Review

Max von Milland – Bis dir olls wieder gfollt

max

Review:

Singer/Songwriter Pop gibt es viel. Im deutschen Bereich sind da besonders die Ansprüche an die Texte extrem hoch. Sie müssen kreativ sein, müssen die Hörer berühren, sie müssen sich damit identifizieren können, sie sollen außergewöhnlich sein und am besten sollte sich keiner wie der andere anhören. Für viele keine leichte Aufgabe.

MAX VON MILLANDs Songwriting steht auf den ersten Eindruck auf einer sehr einfachen und nicht wirklich komplexen Stufe. Das Besondere daran? Kein Hochdeutsch, sondern tiefster südtiroler Dialekt. Befremdlich? Ein bisschen. Aber nicht lange. Schnell wird klar: Max hebt einfache Popsongs auf eine ganz neue Ebene.

Auf seinem Debütalbum „Woher i eigentlich kimm“ hört man Max einzig und allein mit Gitarre und dazu sein grundsympathischer Dialekt. Nun erweitert er dieses musikalische Klangbild massiv.
Mit Unterstützung von Alex Jezdinsky (Gitarre), Simon Frontzeck (Klavier) und Thomas „Slowey“ Merkel (Bass) erschafft Max hochwertige deutsche Popsongs, stets mit den melodiösen und ruhigen Singer Songwriter Elementen durchsetzt. Die Streicher- und Bläserarrangements komponierte Max selbst, in diesem Fall gab es aber auch Unterstützung von Jana Klepers.
Sein zweites Album „Bis dir olls wieder gfollt“ bringt MAX VON MILLAND definitiv eine ganze Ecke weiter.

Die Texte sind zwar einfach, aber in keinster Art und Weise plump. Sie holen den Hörer genau da ab, wo er es braucht. Mit dem Südtiroler Dialekt schafft es der junge Musiker, schnulzige Liebeslieder plötzlich ganz neu zu verstehen und zu interpretieren – ein ganzes Album, bei dem man eigentlich durchweg ein gewisses Schmunzeln auf den Lippen hat. Doch auch ernste Themen, wie Liebeskummer oder ganz alltägliche Tiefen trifft Max genau auf den Punkt – Dialekt hin oder her.
Ein beispielhafter Song dafür ist auf jeden Fall ‚Wia’s früher war‘, doch auch kritische Songs mit einer gewissen Aufbruchsstimmung wie ‚Geah, loss dir nix sogen‘ oder ‚Nia bin i der‘ spiegeln teilweise auch das Leben von Max selbst wieder.

Keine Frage: dieses Album ist absolut hörenswert. Etwas, was es so auf dem Markt nicht häufig gibt, mit einer Qualität, vor der man stellenweise nur den Hut ziehen kann und Emotionen, die auf einer völlig neuen Ebene an die Hörer herangetragen werden. Ein Beweis, dass man kein Hochdeutsch braucht, um erstklassige Songs zu schreiben.

Text: Melina Linder


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Connect with Facebook

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>