Wenn ein Songwriter Texte schreibt, die in irgendeiner Weise den Hörer anspricht, hat er eigentlich alles richtig gemacht. Songwriting in deutscher Sprache ist nach wie vor für viele Musikfans etwas schwierig. Englisch wird nach wie vor als die Sprache im Pop bevorzugt. Aber warum eigentlich? Abgesehen davon, dass man sowieso wieder vermehrt deutschsprachige Musik hört, gibt es auch zweifellos mehr gute Texter und Musiker. Einen den man auf jeden Fall mal ausgecheckt haben sollte, hatten wir bereits hier vorgestellt.
Der 29jährige Musiker und Sänger aus Köln entwirft mit seinen Songs einen Soundtrack der besonderen Weise, dessen Geschichten erstaunlich direkt wirken und von Selbstzweifel, Liebeskummer, Zukunftsängste und ironischer Sozialkritik handeln.
Auf seinem dritten Album geht er etwas weg vom Reggae und leitet all sein Talent mit viel Soul Richtung Pop. Auch wenn er es vielleicht nicht mögen wird, muss man diesem smarten Typen mit dem Hut sagen, dass er sich vor Genregrößen und Durchstarter wie Clueso nicht verstecken muss.
Die Basis von „Asphalt“ stellen die Songs, die in bisher nur eine digitaler EP-Trilogie erschienen ist. Tour, Akkustik-Gigs und Radiofeatures haben bisher nur in Insiderkreisen etwas angekurbelt, was unweigerlich richtig groß werden kann. Dabei sollte man sagen, dass es sich hier keineswegs nur um „Mädchenmusik“ handelt, nur weil es keine Beats hat und weil der Mann in seinen Texten oft innere Vorgänge und Gefühlslagen perfekt beschreiben kann und nachfühlbar machen kann. Wenn schon Pop, dann bitte das hier. Weil nicht erst seit Xavier wissen wir, dass Pop auch Seele haben muss. „Schüsse in die Luft“ oder „Immer wenn ich pleite bin“ sind nicht die einzigen Songs auf „Asphalt“ die schlicht großartig, inhaltlich wie musikalisch, sind.
Text: Peter „Parker“ Hagen