Review

Megaloh – Regenmacher

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Review:

Warum gibt es eigentlich Leute die sich darüber aufregen, dass sich alle auf den Rapkünstler Megaloh einigen können? Beweist die allgemeine Begeisterung für die Kunst des Berliners nicht einfach nur, dass er zu einem Ausnahmekünstler im HipHop
gewachsen ist?! Wie er thematisch genau diesen oft steinigen Weg zum hier und jetzt behandelt, ist einer seiner Schlüssel zum Erfolg.

Dieser Mann reflektiert sein Leben, sein Tun und seine Umwelt. Vielleicht hat er seine Beobachtungsgabe noch einmal mehr geschärft, was unweigerlich an die frühen Werke von Nas erinnert. Aus dem Hustler von einst ist ein Familienvater geworden. Der Hustle ist inzwischen ein anderer. Mit den Geschichten für den einfachen Mann von nebenan („Loser“) hat vor drei Jahren nicht nur dem HipHop-Volk aus der Seele gesprochen, sondern auch die Medien auf den Moabiter aufmerksam gemacht. Mit dem Kahedi-Nesola-Ghanian-Stallion-Team im Rücken wurde 2013 aus Meglaloh einer, der seine eigene Nische definiert hat.

Der 35-jährige ist mit Skills gesegnet, die man früher schon bestaunte. Die Tiefe seiner Songs, die Songwriterskills hat er imponierend ausgebaut. Der Mann aus der Hauptstadt wurde vom Battle-Rap-Soldat zum universellen Rapkünstler, der authentisch seine Geschichten erzählt und endlich auch von vielen Menschen gehört wird. Schon mit seinen Lines („Einzige Mukke, wo man das, was man sagt, auch verkörpern muss“ ) auf der Hymne „Rap is“ von Label-Head-Honcho Max Herre wuchs er einer ganzen Radgemeinde mit einem Donnerschlag an Herz, vergleichbar wie Prodigys Bars auf Moob Deeps „Shook ones II“. Mit „Endlich unendlich“ folgte dann ein kleines Meisterwerk der hiesigen Rapkunst.

Man zweifelte als Fan seiner Kunst nicht daran, ob er dass wiederholen bzw. weiterführen kann. Es war nur die Frage wie lange man darauf warten musste. Nun liegt „Regenmacher“ in den Plattenläden und fühlt sich sehr gut an.

Ghanian Stallion, Furat und Kahedi haben einen facettenreichen musikalischen Soundteppich aus hymnischen Soulshaker („Was ihr seht“ „Himmel berühren“), jazziger Feelgood-Reggae („Zug“, „Geradeaus“),futuristischer Afro-Beat „Ayoyo“, samtweiche jazzy Vibes „Alles anders“ oder flockige Trap-Stepper mit Tua. Für die Punchline-Fanatiker gibt es den Festival-Boomerang „Wer hat die Hitze“ mit dem sympathischen Polit-Dancehall-Helden aus Ostdeutschland. HipHop-Deutschland wird lange warten müssen, ein musikalischeres und gehaltvolleres HipHop-Album als „Regenmacher“ hören zu können. Was für ein meisterlicher Gegenentwurf zu allem was gerade in der aktuellen Deutschrapszene so geht. Chapeau.

Text: Pete Parker


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