Es gibt Künstler auf die hat die Welt wirklich gewartet. Jazzsängerin Melody Gardot ist so eine. Nicht nur optisch vereint sie die melanchonische, geheimnisvolle Songwriterin mit dem Hang zur dunklen Seite. Ihr Songs sind nicht nur aufgrund ihrer wunderschönen Kompositionen und Texte so etwas Besonderes – hier spielen Faktoren wie ein hinter sich gelassener schwer Unfall und damit verbundene Jahre (!) im Krankenhaus, natürlich eine schicksalhafte und traurige Liebestrennung und ein Übermaß an Talent – mit hinein.
Sie führt auf ihrem zweiten Album namens „Thrill“ führt eigentlich nur fort, was durch ihr Debüt „Worrisome Heart“ zu einem wahren Verkaufsschlager wurde. Ihr Image ist Nahe an dem eines Johnny Cash. Dunkelheit, Verletzlichkeit, Sehnsüchte und etwas Mystik vereint sie genauso wie der eigensinnige Knastbruderfreund im schwarzen Hemd. Die Noten Jazz und Pop überwiegen der des Folk kräftig, machen dieses Album jedoch nicht minder spannend. Gardot hat mehr Laszivität und Melancholie vereint in der Stimme als Diana Krall und Norah Jones sich wünschen würden. Erschreckend ist es, dass diese Künstlerin erst 23 Jahre alt ist. In ihrer Stimme ist oft sowie Schmerz (aber auch Hoffnung) zu fühlen, dass sie wohl noch Potential für ca. 30 Alben hat auf denen sie ihren Blues singen kann.
Peter Hagen