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Melody Gardot: Worrisome Heart

Melody Gardot: Worrisome Heart

Hört man die ersten Töne von Melody Gardot’s „Worisome Heart“ ist man verzückt, nein genauso so verzaubert wie wenn man „Behind the bars“ von Madeleine Peyroux oder „You are nearer“ von Tierney Sutton zum ersten Mal hört. Überhaupt reiht sich die junge Amerikanerin mit ihrem charmanten Debüt in die Thronfolge von Vokaljazz-Sängerinnen ein, die seit dem Übererfolg von Diana Krall und Norah Jones mehr Gehör finden. Was denn eben genannten, ruhmreichen Damen inzwischen oft abgeht ist die Intensität – die teilweise im Pop verwaschen wird. Die 22jährige Gardot punktet genau dort. Sie bringt mit ihrer speziellen Art, mit einer ganz eigenen Subtilität, ihre Stimme zwischen Folk und Jazz an einen Punkt, an dem der Hörer gefesselt wird. Man kann kaum glauben, dass diese junge Künstlerin Texte dieser Qualität und Tiefe selbst schreibt? Die größtenteils autobiografischen Texte ziehen einem in den Bann und berichten von viel Leid, gewünschter Liebe, chronischem Schmerz und kleinen Träumen, die sie mindestens genauso gut verkauft wie Tom Waits. Gardot schafft es den Songs Tiefe und zugleich Leichtigkeit einzuhauchen. „Worrisome Heart“ ist abgrundtief traurig, und doch transportiert das Gesamtpaket aus Gesang, Lyriks und musikalischer Unterlegung in ihrem Innersten Hoffnung. Melancholie nennt man das wohl. Gardot beherrscht diese in Perfektion und überrascht mit einem wunderbaren Album.

Peter Hagen

Veröffentlicht am

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