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Mf Doom – MM Food

Mf Doom - MM Food

Es ist mir, als großer Verehrer der Kunst des Herrn ZEV LOVE X, bis heute ein Rätsel wie viele Veröffentlichungen legal oder auch als Bootleg um Umlauf sind. Bezieht man sich ,,nur” auf die offiziellen Releases des Multitalent kann man schon viel Zeit damit verbringen, die Welten des verrückten Dooms (bürgerlich: Daniel Dumile) zu entdecken. Dass sich das lohnt, weiß der HipHop-Insider und Liebhaber etwas abstrakteren Ansätze definitiv seit 2004, als ,,Operation: Doomsday” die Welt beglückte. Jenes Werk das die Underground-Gemeinde durchrüttelte und bis heute zu Recht als Klassiker der HipHop-Randgemeinden (Backpacker, Independent, Open Minded) gilt. Seit diesem Zeitpunkt will man MF DOOM eigentlich nicht mehr missen müssen. Seine Kollaborationen mit Freigeistern und Sample-Göttern Madlib und DJ Danger Mouse werden den Meisten noch in guter Erinnerung sein. Der New Yorker-MC scheint sich eine ganz eigene Gemeinde an Fans herangezogen zu haben. Seine Verkäufe sind kontinuierlich stabil und seine Bekanntheit bzw. Ansehen steigt stetig. Erstaunlicherweise bekommt er auch den verschiedensten Lagern innerhalb des Rap-Games Zuneigungsbekundungen wie selten jemand vor ihm. So war ich mehr als erstaunt, dass Multi-Mogul Jay-Z ihn in einem Interview als ,,dope MC” erwähnte. Native Tounges-Legende Maseo (De La Soul) ,,verfolgt und bewundert Doom’s Kunst seit Jahren” und Wutang’s aktivste Kraft und Def Jam-Künstler Ghostface Killah frischte sogar mit einer Doom-Kollaboration seine Undergroundstatus heftig auf. Fans wundert dass nach den wirklich deftigen Alben für Stones Throw Records, dem Ninja Tunes Ableger Big Data Records oder seinem Label Metal Face Records nicht. Wer Dooms Qualität einmal entdeckt hat ist angefixt.

Doom vereint nicht nur das Talent und die Hyperaktivität eines starken Produzenten in sich, sondern auch das Talent kurzfristig seine Pseudonyme (King Ghidra, Viktor Vaughn etc.) zu wechseln um in verschiedenen Welten seiner Phantasie-Raps zu überzeugen. Es gibt natürlich auch noch ein paar andere Rapkünstler die das in Perfektion können – sehr wenige bringen es mit solcher Kompromisslosigkeit auf eine so speziellen Ebene. Seine Affinität für Science Fiction-Filme und Comic-Figuren sowie dem kontinuierlichen Konsum von reinstem, grünen, jamaikanischen Gras unterstützt dies höchstwahrscheinlich kräftig. Dieser Theorie bzw. dem eigentlichen Masterplan folgt ja Kollege Madlib schon seit Jahren – mit fast noch größerem Erfolg. Nie musste man denken. dass DOOM sich durch die Zusammenarbeit mit Danger Mouse (Gnarls Barkley, Gorillaz) auf einen wässrigen Weg und der des großen Geldes im Rap verirren könnte – getrost konnte man davon ausgehen, dass hier jemand unantastbar ist. Das ist auch der Charme der jedes seiner, ach so verrückten, Alben ausstrahlt und ihn letztendlich dann zu einer ganz eigenen Kultfigur macht, die HipHop überhaupt noch hat. Doom ist das auf was viele neidisch sind: unabhängig. Er ist noch nie einen anderen Weg gefahren, als der den er will. Das fehlt HipHop – nicht erst seit Public Enemy alt geworden sind. Dass er auf die HipHop-Style-Attitüde mit Schmuck, Autos, Waffen und halbnacken Weibern verzichtet macht ihn um einen weiteren Aspekt interessanter. Er will das sein Kunst (Beats und Raps) im Vordergrund stehen. True HipHop

in der rohen Form. Selten – ist sowas geworden.

Um dieses Bild auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen bringt Rhymesayer Entertaiment das brilliante, mit sehr viel dreckigen jazz-samples angereicherte, abgehangene ,,MM FOOD”-Album plus feiner exklusive DVD wieder auf den Markt, nachdem man 2004 und 2005 das regelrecht vernachlässigt hatte.

Peter Hagen (Jazzriots)

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