Review

Mickey Factz: I’m better than you

Mickey Factz:  I’m better than you

Review:

Auf den inzwischen legendären Konzerten der Reihe „Rock the bells“ haben sich Altmeister und Blastmaster KRS1, Q-Tip und DJ Honda erstaunlich begeistert von den Fähigkeiten des aus Bronx stammenden Ausnahme-MC Mickey Factz gezeigt und aus ihrer Euphorie kein Geheimnis gemacht. Das Lob der alten Garde wünscht sich wohl so jeder junge Mikrophonbenutzer. Mickey hat mit einigen Songs auf Mixtapes, Features und im Netz für Aufregung gesorgt. Dazu gehört der Brecher „Paradise“ (im Remix mit Bun B. und Fat Joe) und seine energischen Freestyles. Warum Duck Down ein Auge auf den Künstler geworfen hat und anstrebt sein Album zu veröffentlichen wird auf dem starken Mixtape „I’m better than you“ klar. Dieser Mann hat Feuer und versteckt sich nicht. Der Unterschied zu einigen seiner Kollegen ist, dass er Battleraps und lyrisch deepe Songs schreiben kann und dazu musikalisch nicht an einem Style klebt und sich für eine fast schon eklektische musikalische Ausrichtung einen Namen gemacht hat. Factz könnte jemand werden, der die Welten vereinen könnte. Wer sich zu den alten Heads verortet fühlt die den leider fast vergessenen progressiven NY-Sounds von Def Jux um Company Flow feierten, werden hier genauso fasziniert sein, wie alle die gute Rapkosten auf technische höchsten Niveau schätzen. Man würde dem jungen Mann jedoch unrecht tun, wenn man ihn aufgrund seiner Zungenfertigkeit und Herkunft (Bronx) in eine Linie mit Krs1 setzt, was viele bisher veranlasst hat, den versierten MC zu einer Art Hoffnungsträger heraufzukristallisieren. Zweifellos gehört Factz zu einer Generation die lyrisch und musikalisch keinen Trends anbiedert und ihr eigenes Ding machen – was in NY ja nicht immer so war in den letzten Jahren. Wer braucht eine Reunion der Dipset-Soldaten oder Ruff Ryders wenn der Untergrund so spannendes Material ausspuckt. Das Interessante an diesem Künstler ist, dass er Tradition (da wären wir wieder bei BDP) und Moderne sehr bewusst verbindet und sich hörbar wohler zwischen kreativen, jungen Kräften wie B.O.B, Jay Electronica und Kidz in the Hall fühlt, als der nächsten talentierte Rookie zu sein, der in einer langweiligen Boot Camp Clikk-Nostalgie verloren geht. Dabei hätte es den Wink zu Lady Gaga mit „Mona Lisa“ wirklich nicht gebraucht. Aber solange er seine Klasse wie auf „Mind got blown“, „Empty Bottle“ oder dem krachenden Electrobanger „Amnesia“ zeigt, ist es einem nicht bange um die Entwicklung dieses Talentes. DJ Enuff von Hot 97 hostet dieses Mixtape und macht ordentlich Appetit auf „The achievement“, dass für das Frühjahr 2011 angekündigt ist.

Peter Hagen


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