Mil Santos, das musikalische Manifest von Mauro, einem in Berlin lebenden Musiker und Sänger aus Kolumbien, bedeutet „Tausend Heilige“. Vom Teufel geritten scheint allerdings jener Kollege, der dem Projekt den Claim „…der neue, junge Buena Vista Social Club aus Berlin“ anheftete. Nicht, dass die jungen Wilden aus der Hauptstadt einen Vergleich mit den grauen Panthern aus Havanna scheuen müssten – er stellt sich überhaupt nicht. Man konnte vor Jahrzehnten die damals jungen Protagonisten der „British Blues Invasion“ ja auch nicht mit den alten schwarzen Bluesmännern vom Mississippi oder aus Chicago vergleichen. Bottom Line ist: das viersprachige Projekt, das äußerst geschickt moderne Vortrags- und Gesangstechniken (dreisprachig) und zeitgemäße Grooves mit tradierten lateinamerikanischen Musikformen vermischt, macht mit „Creo“ Laune. So gute Laune, dass man nach dieser EP – eine echte musikalische Einstiegsdroge – angefixt ist auf das hoffentlich bald erscheinende Album.
Jo Neckermann
Recht hat er! Und live ist er sogar noch besser!