Review

Missill: Mixshake

Missill: Mixshake

Die Patchwork-Generation treibt es weiter wild und bunt. In Zeiten der Wirtschaftskrise und dem Pluralismus ist immer noch Zeit hart, sehr hart abzufeiern.
Den Soundtrack dafür liefert MissIll. Das weibliche Pendant zum everybody’s Liebling DJ A-Trak weiss wie man der großen Depression entgegen rockt. Kompromisse gibt es in ihren vor Energie trotzenden Mixes nicht. Vielmehr kommt ihre Soundodyssee der Inkarnation von Punk im Technozeitalter nach. Da wabbern Acid-Lines, harte Electro-Beats und laute Gitarrenriffs mischen sich mit einem großen Pfund HipHop. Clubhasen und Festival-Stagediver werden die Hände nicht mehr vom Himmel bekommen und wissen spätestens jetzt was die Beastie Boys auf Speed so anstellen können. Bass Music trifft auf Baile Funk, Baltimore-Style, Mash-Up trifft auf House-Remix – ganz nach DJ Funk’s Grundtenor “Get on the floor and let me see you bounce”. “Mixshake“ ist eine mehr als wilder Ritt auf einem universellen, oft wirren und stets tanzbaren globalen Beat. Vielleicht eines der besten musikalischen Dokumente zeitgenössischer Clubströmungen zwischen Rio, New York, Tokyo und sonst wo – neben den Überdrehern von den Gleichgesinnten Partyanimals Sinden, A-Trak und Diplo. Man darf natürlich hier anzweifeln, ob sich hierauf wirklich alle Partywütenden der Erde darauf einigen können und ob das noch wirklich mit HipHop zu tun hat – der Sonic-Sound von Missill hat jedoch eines sicher: Überkochendes Partyvolk das ganz sicher darauf durchdrehen wird. Ein Mix wie eine Überdosis Wodka-Bull. Ohne Atempause werden hier Tanzflächenbrände gelegt. Bang your Head!

Peter Hagen

Veröffentlicht am

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