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Mistical: The eleventh hour

Mistical: The eleventh hour

Marcus Intalex, Calibre & Lee ST Files sind drei D’n'B-Produzenten die sich zu einem Projekt auf Intalex’s Soul:R-Label zusammengefunden haben. ,,Die elfte Stunde” stellt so was wie ein finales Zusammenkommen der drei Engländer da, die etwas aus dem aktuellen Schema rutschen wollen. Ein Meeting von drei Aktivisten die seit über 15 Jahren die Drum’n'Bass-Kultur leben. Hier sind sie gerade als DJs sehr aktiv und wollten aufzeigen, dass dieses Genre längst nicht ausgeblutet ist. Geschweige denn, von ,,Dubstep” oder ,,Grime” den Rang abgelaufen bekommen hat. ,,The eleventh hour” ist eine Platte wie aus einem Guss, bei der man bewusst auf den Faktor ,,runterkommen” gesetzt hat. LTJ Bukem war ja immer ein Meister dieser Sparte und vielleich sogar ein Leitfaden, eine Inspiration. Und sind wir mal ehrlich: An jazzy und soulful sounds fehlt es heute mehr den je in der Welt des Jungle-Nachkommen. Viele Headz werden stöhnen, dass ,,es solche Scheiben doch Mitte der 90er en Masse gab”. Die Frage ist doch eindeutig: Haben nicht genau solche Werke D’n'B vor der Stagnation und einer Verrohung nicht immer wieder gerettet?! Roni Size Reprazent, Goldie, 4 Hero, Krust – Mistical scheinen wirklich sich an den alten Heroen anlehnen zu wollen. Gelungen ist es ihnen alle Mal. Gerade Calibre scheint hier sein Musik-Verständnis und Wissen (aus einer gigantischen Plattensammlung) mehr als je zuvor einbringen zu können. Die genannten musikalischen Einflüsse aus Carl Craig, Funkadelic und Miles Davis sind zwar wunderbar, doch kann man nicht gerade sagen, dass man sie raushören könne. Jedoch haben die drei hier eine wundervolle, sehr lebendige Drum’n'Bass-Scheibe gebastelt.

Peter Hagen (Jazzriots)

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