Mitschke & Dietz: Midnight Moods
Vor zwei Jahren legte das Berliner Jazz-Duo Wolfgang Mitschke und Jürgen Dietz mit „Night Over Berlin“ ein viel beachtetes Smooth-Jazz-Album vor, das im musikalischen Dialog mit feinster Latin- und Lounge-Musik stand. Nun erschien der Nachfolger „Midnight Moods” – eine erneute Fusion verschiedener artverwandter Stile, aber weitaus funkiger und poppiger. Multi-Instrumentalist Mitschke breitet herrlichste Soundteppiche aus und Saxofonist Dietz setzt wohltemperierte Akzente, eine wahrlich geschmeidige Melange aus wunderbaren Eigenkompositionen und Cover-Versionen. Da gibt es warmen karibischen Sound bei „You Never Know” neben Panflöten im „Flute Intermezzo“ und auch ganz ruhige Töne, wenn es um „My Foolish Heart“ geht. Ein Mood-Licht, das seine Farbe je nach Stimmung verändert, würde mal in sanftem Rot und mal in coolem Blau leuchten. Die beste Beleuchtung wäre allerdings das Mondlicht in einer bunt beleuchteten pulsierenden Großstadt.
Diese schöne CD mit ihren zwölf Stücken, die übrigens beim renommierten Label Skip Records erscheint, wird nie langweilig, zumal sich die nächtlichen Stimmungen wandeln, von beschwingt über träumerisch bis hin zum hektischen Treiben – eben wie im wirklichen Leben. Ein Titel wie „Blue Latin Beats“ geht mit seinem melodischen und rhythmischen Arrangement gar in den Pop-Bereich und bräuchte nur noch eine Stimme von Diane Krall oder Alison Moyet, um ein Hit zu werden. Auch „Invitations” ist wie ein fröhlicher Morgengruß. Andere Werke wie „Fusion Jazz Lounge” oder „On The Highway“ sind durchaus tanzbar. Ein Muss für jeden modernen Jazz-Fan und Bar-Besitzer! Für Menschen, die wissen, wie gut sie auf schlechte Musik verzichten können und wie schlecht auf gute.
Regina Sommerfeld