Mo' Horizons: Ten years of...
Review:
Es scheint alles wieder zu kehren. Obwohl das Hannoveraner Produzentenduo Mo’Horizons (schon mal 10 Punkte für den geilen Namen) eigentlich nie weg war, gab es durchaus Zeiten in denen ihre Formeln von Bossa 3000 nicht mehr der heisse Scheiss der Stunde waren. Die Verschmelzung von World Music aus Jazz, Brazil, Bossa Nova, Afro, Reggae & Latin mit clubkompatiblen Downbeats, Electro und House hatten Ende der 90er Jahre ihre Prime Time. In den letzten Jahren zog das Interesse, vor allem der Freistil-DJs, immer mehr Richtung Minimal und Deep (House). Die Bossa Beats und NuJazz-Produktionen wurden weniger und fanden auch nicht mehr so massiv statt. Soulpatrol, Gilles Peterson, Rainer Trüby, Jazzanova und wie sie alle heissen – die Zeichen der Zeit wollte ihnen nicht mehr so recht die Bossa Beats schmackhaft machen. Das Thema war irgendwie durch. Wohl auch weil „Brasilectro“ und „Latin Flavour Lounge Sounds“ den Markt überschwemmten und übersättigten. Viele, die in der NuJazz-Hochphase dabei waren sind umgeschwenkt oder es gibt sie gar nicht mehr. Seit zehn Jahren kontinuierlich steigernd und immer noch sehr aktiv dabei sind die DJs, Musiker und Produzenten Ralf Droesemayer und Mark „Flo“ Wetzler.
Verschrieben haben sie sich der Musik des Sommers. Und sie machen es heute noch. Seit nunmehr 10 Jahren veröffentlichen sie ihre Definitionen von Breakbeats, Downbeats und anderen Variationen von World Music. Mit Agogo Records haben sie inzwischen auch ihr eigenes Label gegründet auf dem sie auch weiter Musik veröffentlichen wollen. Sie haben inzwischen ein ähnlich starkes Branding mit ihrem Sound wie die Kollegen von Thievery Corporation oder Boozoo Bajou. Natürlich legen sie ihren Schwerpunkt auf die Einflüsse lateinamerikanischer Musik. Pulsierende Polyrhythmik steht hier im Vordergrund. Auf der neuen Zusammenstellung „Ten years of…“ findet man all die Klassiker der letzten Jahren, sowie Produktionen des letzten Albums „Sunshine Today“. Zu der imponierenden Werksschau kommt noch Ansammlung von zehn bisher nicht veröffentlichten Remixen. Am faszinierendsten ist es hier heraus hören zu können, dass die beiden ihre Inspirationsspanne von ihren kontinuierlichen Weltreisen dokumentieren. Puerto Rico, Kuba, Brasilien, Venezuela, Südafrika, Indien und natürlich Europa) – sie kochen jeden Party mit ihren exquisiten DJ-Sets warm und genießen weltweit bei renommierten Kollegen wie Dom Servini, Will Holland oder Mad Mats höchsten Respekt. Schön, dass es diese beiden Hannoveraner (=Bosshannover) weiter nach vorne treibt und sie geschmeidige bis druckvolle Grooves basteln – man mag sie nicht mehr missen. Vor allem nicht, wenn man „Fever 99“ oder „Drum’n’Boogaloo“ seit langer Zeit mal wieder ausgräbt und die Magie und Energie spürt, die diese Stücke nach all den Jahren immer noch Inne haben. Fehlt eigentlich nur ihre „Hit the road jack“ Version, aber das kann den Gesamteindruck nicht trügen.
Peter Hagen
Tracks:
- 01. You Know I Don't
Releases:
- Mo'Horizons: Ten Years of Mo'Horizons, VÖ: 17. Oktober 2008
- Interpret:
- Mo' Horizons
- Label:
- Agogo Records
- Stil:
- Jazz Freistil Funk Elektro Brazil NuJazz Worldmusic Bossa Nova Laitn Downbeats







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