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Moby: Wait for me

Review:

Moby gehört nicht zu den bekanntesten Künstlern des Erdballs, aber fast überall erkennt man sofort seine Melodien. Er hat in seiner Musik ein ganz starkes Branding, um das ihn viele Kollegen sicherlich beneiden. Den Höhepunkt der breitenflächigen Bekanntmachung seiner Art von Musik ist ohne Zweifel das Album „Play“ aus dem Jahre 1999. Hier konnte sich Kritiker und Massen an Plattenkäufern auf den verträumten Klangkosmos zwischen Ambient und Pop einigen. In der Tat gehört dieses Album zu den wichtigen Produktionen der letzten 20 Jahre. Überschwänglich feierte man Moby als den Künstler, der Radiomusik wieder aufwertete und einen kreativen Atem einhaucht. Etwas enttäuschend und fast banal anmutend war drei Jahre später dann, die zwar konsequente aber bei Leibe stagnierende Weiterführen namens „18“.

Seit dieser Zeit konnte man Moby auf einer Suche nach neuen Ufern begleiten. Viele Fans konnten sich damit nicht wirklich anfreunden. Mal verlagerte er seinen Schwerpunkt wieder auf Singer/Songwriter-Qualitäten, die man ihm definitiv nicht absprechen kann, mal flirtete er mit seinen Punk und Techno-Vergangenheiten. Aber eigentlich wollte die Fans immer die Weiterführung von „Play“ in einem neuen Gewand, in einem neuen Konzept oder in einer neuen Dimension.

Scheinbar führen die Wege des Künstlers und seinen Fans manchmal doch zusammen. Auf seinem brandneuen Album „Wait for me“ vereint er das Beste aus seiner Welt mit den Wünschen seiner Anhänger. Das dass Kalkül ist, kann man ihm nicht direkt unterstellen – weil seine neue Scheibe einen sehr hohen kreativen Anspruch offenkundig auslebt. Weniger Pop und doch sehr Eingängig. Moby mobilisiert seine alten Stärken wieder und ladet den Hörer ein, sich an die Hand nehmen zu lassen und dem Musikus auf eine Reise in dessen Welten zu folgen. Wieder schafft es Moby diese Tiefe und die Melancholie zu erreichen, nach denen die Fans so sehnsüchtig gedürstet haben. Er setzt bewusst auf Equipment und dessen Effekte die dieses „Outta Space“-Gefühl vermitteln können. Unterlegt mit reichlich Streichern und verzerrten sowie verschleppten Gitarrenakkorden kommt die Mischung aus Electronica und Pop zu einem schlüssigen Ergebnis – dass nach all den Jahren die Kritiker und die Fans wieder sehr glücklich sein werden. Explizit hervorheben könnte man hier den Titelsong mit der R’n’B-Sängerin Leela James, die einen unglaublichen Blues in ihrer Stimme hat und das Stück sehr bereichert. Vielleicht wäre diese Scheibe auf prädestiniert für den Herbst wegen ihres melancholischen Grundtons. Aber Fans werden es wohl im Sommer schon hören…

Peter Hagen

Tracks:

  • 01. Division
  • 02. Pale Horses
  • 03. Shot In The Back Of The Head
  • 04. Study War
  • 05. Walk With Me
  • 06. Stock Radio
  • 07. Mistake
  • 08. Scream Pilots
  • 09. Jltf 1
  • 10. Jltf
  • 11. A Seated Night
  • 12. Wait For Me
  • 13. Hope Is Gone
  • 14. Ghost Return
  • 15. Slow Light
  • 16. Isolate

Releases:

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Interpret:
Moby
Label:
Ministry of Sound
Stil:
Pop Electronic Ambient

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