Anders Olof Wendin aka Moneybrother lässt aufhorchen: Ska und Reggea gepulster Soul mit punkiger Attitüde, das hat schon was. Gleich drei Produzenten lies der Schwede an seinem neuen Werk voneinander unabhängig arbeiten – sehr ambitioniert. Warum allerdings von denen keiner dem nordischen Schlacks gesagt hat, dass man eine wunderschöne Crooner-Ballade wie „Young Faithfull Love“, die einem Bobby Goldsboro oder P. J. Proby vor 40 Jahren ausgezeichnet angestanden hätte, nicht in Grund und Boden singt, bleibt ein Rätsel. Ebenso rätselhaft wäre es, wenn der Opener „Born Under a Bad Sign“ nicht zu einem veritablen Radiohit mutieren würde. Kann sich jemand an den 80er-Klopfer „Come On, Eileen“ erinnern? Hier ist die Version 2.0! Habe ich schon erwähnt, dass Moneybrother ständig etwas flat singt und dass er damit (mindestens) einen Song kaputt macht? Die anderen acht, neun reichen allerdings von okay bis vorzüglich. Vielleicht sollte er den einen an Mark Almond verkaufen. Und „(Never Ever) I’ve Been Kissed“ an Chris Isaak. Machen aber schon gute Lieder, diese Schweden…
Jo Neckermann