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Mos Def: The Ecstasic

Review:

Es gab Phasen in den letzten zehn Jahren da wollte man seinen persönlichen Lieblings-HipHop-Künstler – und zu denen zählt der Brooklyner MC für die meisten definitiv - nur noch bedingt loben. Mos Def konnte man oft und viel verzeihen. Man konnte sich damit anfreunden, dass er plötzlich mehr sang als rappte. Man konnte hier und da an seinen Soundexkursionen in die Welten des spacigen Jazz und Psychedelischer Funkrock (Black Jack Johnson) gefallen finden. Schlimm waren jedoch die Phasen, vor allem auf seinem letzen Album „True Magic“. Dort schien es fast schon so, als ob er seine Kreativität selbst geißeln würde um aus der für ihn unzufrieden stellenden Vertragssituation heraus zu kommen. In Ansätzen funkelte dort doch noch das Genie des Künstlers Mos Def auf, welches man gerade in den letzten Jahren vermehrt nur noch auf der Leinwand in Hollywood-Streifen bewundern konnte. Musikalische ließ Mos die Fans lange auf neues und hochwertiges Material warten. Dass sich dieses Warten wirklich lohnen würde, hatte wohl keiner mehr auf der Rechnung. Sein neues Werk „The ecstatic“ glüht geradewegs so wie seine Rolle in „Per Anhalter durch die Galaxie“. Sein Flow erinnert wieder an glorreiche Blackstarr-Zeiten und langweilt nicht mehr wie auf dem Vorgängeralbum. Experimentieren steht jedoch immer noch weit oben auf der „To Do“- Liste.

Dazu hat er sich kongeniale Beatschmiede (Madlib, Oh No, Mr. Flash, Preservation, Georgie Ann Muldrow) zur Seite gestellt. Chad Hugo von The Neptunes bastelt auf „Twilite Speedball“ eine majestätischen Klangwelt, die als Einstieg für alles Folgendes gesehen werden kann. Auf dem von Madlib produzierten „Auditorium“ fährt Mos zu lange nicht gehörter Bestform auf. „Quiet Dog Bite hard“ ist Mos’ Partysound der durchaus auch mal ihm Club angespielt werden darf. Für das leider zu kurz geratene „Wahid“ greift Madlib in die Kiste mit den Samples aus dem Nahen Osten. Den monströsen Synthie-Beat auf „Life in marvelous times“ flattert ja inzwischen auch schon seit Monaten um den Globus und zeigt welche Energie Mos in Zeiten der Krise fordert und frei machen kann. Zwischen all der Vielfältigkeit gibt es dann noch eine kleine Runde Geschichtsunterricht zur aktuellen Lage mit einer Blackstarr-Reunion auf einem schönen Dilla-Beat namens „History“ bevor auf „Casa Bey“ die wunderbare Welt des Mos Def zwischen Discoglamour und Spacefunk noch mal deutlich unterstreicht dass er zurück ist - mit seinem ganz eigenen Anspruch an HipHop. Als hätte er mit Jamiroquai zu lange im Keller am Plattenregal abgehangen. Was für ein Album – endlich.

Peter Hagen

PS: Entgegen einiger Pools und Hitslisten - ist das das HipHop-Album 2009 bei 1beat. Sorry Reakwon.

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Interpret:
Mos Def
Label:
Downtown Records
Stil:
Hip Hop

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