Was den Engländern ihre Katie Melua und den Amerikanern ihre Norah Jones wird den Deutschen eine Muriel Zoe werden. Jawoll, diesen Namen sollte man sich merken. Aus dem Jazz kommend hat die Hamburgerin mit „Flood“ nun ein sehr feines Singer-Songwriter-Album vorgelegt, welches die musikalischen Wurzeln zu keiner Zeit leugnet, diese aber wunderbar mit Pop und Folk vereint.
Die elf englischsprachigen Songs sind durchweg relaxed, mit leichtem Schlagzeug und unaufdringlichen Gitarren arrangiert. Wenn sie gleich im ersten Song singt „this one’s for you“ fühlt man sich sofort angesprochen und kann sich zurücklehnen. Muriel verfügt über eine warme, durchaus wandelbare und ausdrucksstarke Stimme, die vielleicht manchmal noch etwas zu zaghaft ist. Einige Songs sind einen Hauch druckvoller, bieten auch schon mal eine leicht verzerrte E-Gitarre und beschwingten Drive. Da heißt es dann schon sehr richtig „I want more“. Der kurze Song „Glider Pilot“ imponiert mit seiner sexy Mischung aus Banjo-Jazz, Swing und Pop.
Muriel Zoe hatte bei der Produktion ihres Albums mit Marco Schmedtje (Gitarre), Stephan Gade (Bass) und Tim Lorenz (Schlagzeug) hervorragende und erfahrene Profi-Musiker an ihrer Seite. Handgemachte akustische Musik, die eine echte und qualitativ hochwertige Alternative zu überproduzierten Charts-Hits darstellt.
Nach den Alben „Red and Blue“ (2003) und „Neon Blue“ (2005) ist „Flood“ nun eine konsequente Fortsetzung ihres Weges und man kann der jungen, hübschen und talentierten Dame nur raten, immer weiterzugehen.
Regina Sommerfeld