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Nat King Cole: Re:Generations

Nat King Cole: Re:Generations

Es ist ja wirklich erfrischend zu wissen, dass Rapstar Snoop Dogg einen so erweiterten musikalischen Horizont besitzt, dass er sich an Johnny Cash-Tribut-Produktionen beteiligt und dessen Musik über den Klee lobt. Ob Kalkül oder nicht – das Ergebnis ist ein Brechmittel, das KEINER braucht. Aber aller Liebe zu Crossover und Fusion – da haben sich schon einige Herren und Frauen vor Snoop die Finger verbrannt.
Wenn es um das Tribut zollen großer Künstler oder sogar Legenden geht, gab es schon eh und je geteilte Meinungen, ob und wer das überhaupt braucht. Großes Geschrei war international in der Presse als man vorletztes Jahr Motown-Klassiker auf einen zeitgenössischen Nenner bringen wollte. Die Bearbeitungen von Nina Simone-Werken brachten mehr uninspirierte Remixes zu Tage als erhoffte Updates der Meisterwerke.
Genauso zwiespältig ergeht es einem da mit der Scheibe „Re:Generations“. Hier werden imaginäre Duette von Nat King Cole mit aktuellen Rock, Pop und HipHop-Stars zusammengebastelt. Prinzipiell schreit jetzt nur der Purist laut auf. Liest man die Namen der Beteiligten kann man sogar wirklich Großes erwarten. Cee-Low (Gnarls Barkley), Will.I.Am (Black Eyed Peas), Cut Chemist (Jurassic Five), Bebel Gilberto, Nas, The Roots, die Marley-Brüder Stephen & Damian, Brazilian Girls, TV on the Radio, Just Blaze und Detroit’s Amp Fiddler. Von den Namen her könnte man sogar auf einen “Sure Shot” spekulieren und in frühren Zeiten hat man hier sogar blind zugegriffen.
Auch wenn wirklich alle Stücke sehr respektvoll mit den Originalen und dem Lebenswerk des Soul-Crooners umgegangen sind – muss man ganz ehrlich sagen, dass es sich hier um eine Platte handelt, die niemand vom Hocker hauen wird. Man wird das Gefühl zu keinem Zeitpunkt los, dass einige der Künstler mit zu wenig Herz daran gearbeitet haben um wirklich etwas Besonderes entstehen zu lassen. Auch wenn Natalie Cole in der Presse euphorisch verlauten lies, dass „das wirklich gelungen“ sei, muss man hier wirklich sagen, dass überall mut zu etwas wirklich Neuem gefehlt hat. So ist man mit einer originalen Nat King Cole-Greatest Hits-Scheibe besser unterhalten. So leid es mir wirklich tut, aber das ist oft einfach nur belanglos und fast langweilig.
Peter Hagen

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