Spannend, wie Strokes-Bassist Nikolai Fraiture sein Debutalbum startet: Eine messerscharfe Punk-Funk-Line auf dem Fender Precision Bass, ganz im Frühachtziger-Vibe a la Clash, Frank Tovey und Konsorten. Ähnlich abwechslungsreich –auch gerne mal mit Reggea-Riddims – geht es weiter, musikalisch inspiriert von Nikolais Helden wie Neil Young, Frank Black, Leonard Cohen und den Kinks. Die Lyrics sammelte der bislang wohl gröblich unterschätzte Sideman mit 19 auf einem Trip durch die USA und hortete seine, wie er es nennt „poems and rants“ erstmal in einer Schuhschachtel. Und so kommen wir auch zum einzigen Kritikpunkt an „The Times Of Assasins“: Nikolai Fraitures nöliges Slacker-Organ sorgt für mehr „rant“ als „chant“ und lässt hin und wieder den Wunsch nach einer anderen Interpretation der durchweg wirklich guten Songs aufkommen. Aber das ist Geschmacksache und sollte niemand vom Antesten dieses wirklich gelungenen Albums abhalten…
Jo Neckermann