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Nicolay & Kay: Time:Line

Review:

Es ist doch interessant an Beispielen wie Nicolay zu sehen, dass HipHop immer noch eine Lebenseinstellung ist. Er hat 2003 über das Okayplayer-Forum den amerikanischen Rapper Big Pooh von der Little Brother-Combo kennen und schätzen gelernt. Aus dem Austausch entstand letztendlich etwas unerwartet Großartiges. Das Projekt „Foreign Exchange“ entstand und das daraus entstandene Album überraschte weltweit die HipHop-Gemeinde und "its all about a dream" wie diese Kultur immer noch Menschen verbindet. Wer Rapmusik etwas vertieft hört bzw. sich damit beschäftigt, kam an diesem jungen und talentierten Holländer nicht vorbei.

Konnte er auf dieser Kollabo-Lp gleich zu Beginn seiner Karriere zeigen, dass er sein Handwerk beherrscht. Ganz im Ethos soulfuler Beats der Tradition der Ostküste baute er zuletzt nicht nur feinste Ware an Remixen (D’Nell, Little Brother, Roy Ayers, Seymor Bits) und Produktionen für Künstler aus den Genres Elektro, R'N'B sowie natürlich HipHop (wie Superstition, Masta Ace, Moon Baker oder Odisee). Nicolay besticht oft darin mit der von ihm gewohnten Qualität bisher unbekannte Undergroundkünstler aufzuwerten und auf sie aufmerksam zu machen.

Jede Produktion trägt seine markante Handschrift ohne sich zu wiederholen oder langweilig zu werden. Könnte man ein Prädikat für Alben geben, die man ohne weiterzappen komplett durchhören kann bzw. die einen gemeinsamen Nenner haben - es würde Nicolay bekommen. Es war und ist gar nicht so weit hergeholt ihn als „Erbe“ des legendären New Yorker Produzenten Pete Rock zu vergleichen. Er besticht durch Konstanz und in allererster Distanz durch seine Musikalität, die er in seiner HipHop-Definitionen einfließen lässt. Das konnte er im Herbst auf seinem Solodebüt „Here“ auf BBE Music um ein weiteres Mal beweisen.

Wie schon auf „Connected“ beweist er ein erstaunlich routiniertes und reifes Gespür für einen angenehmen Klangkosmos aus Boom-Bap mit jazzigen und souldurchtränkten Anleihen. Wer hier auf ein erdbebenartiges Spektakel spekuliert, sollte definitiv diese Platte nicht kaufen. Nicolay und der Housten-MC Kay Jackson bestechen auf „Time:Line“ mit grundsoliden HipHop mit unantastbaren Skillz auf beiden Seiten. Hier werden aktuelle Trend komplett ignoriert und eigenen Vorstellungen von Beats & Raps nachgegangen – und das macht diese Scheibe so unentbehrlich gegenüber den Alben, die nur noch mit Smash, Street und Clubsingles voll gestopft bzw. zusammengeschustert sind. Wir sind zwar noch nicht so weit, dass man über eine Renaissance des Formats Album sprechen kann, aber es tut doch gut einen wirklich kompakten Longplayer zu hören.

Peter Hagen (Jazzriots)

Tracks:

  • 01. Time: Line
  • 02. Blizzard
  • 03. Lights
  • 04. Through the Wind
  • 05. What We Live
  • 06. I've Seen Rivers
  • 07. Tight Eyes
  • 08. As the Wheel Turns
  • 09. Gunshot
  • 10. Grand Theft Auto
  • 11. When You Die
  • 12. Dancing with the Stars

Releases:

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Interpret:
Nicolay & Kay
Label:
Nicolay Music
Stil:
Hip Hop R'n'B

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