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Nightmare on Wax: Thought so

Review:

Da flattert mir das neue Album „Thought so“ ins Haus und das war, zumindest bis zu seinem dritten Release („Car Boot Soul“ 1998) ein Grund für ungezügelte Euphorie. Was hat er alles mit seinem Projekt Nightmare on Wax bewegt! Was hat er nicht alles an geschmeidigen Downbeats saloonfähig gemacht? Schaut man zehn Jahre zurück, waren es er, der Japaner DJ Krush, die MoWax-Soundvirtuosen und der Londoner Exilrusse Vadim die HipHop um die Spielerei TripHop bereichert haben. So hat E.A.S.E , wie sich Mastermind George Evelyn auch nennt, Anfang bis Mitte der Neunziger Jahre eine Soundästhetik entwickelt und mitdefiniert, die die Entspanntheit und Tiefe der Dub-Produktionen der 70er Jahre aufgesogen und zu einem fruchtbaren Wechselspiel mit der HipHop-Erdung und den dreckigen Jazzsamples zur Entfaltung kam. Das Ganze hatte dann die Ambitionen in kosmische Sphären einzutauchen, die man vorher so nicht kannte.

Wer weiß was wirklich chillen ist, weiss bescheid: „Smoker’s Delight“ haben den Weg für spätere bahnbrechende Produktionen wie „K&D Session“ gelegt. Was haben sie nur mit George Evelyn gemacht? Auf „Thought so“ findet sich 10 neue Werke, die, man mag es ja wirklich nicht glauben, bis auf ganz wenige Momente, einfach beliebig und langweilig sind. War doch früher so, dass dich N.O.W an die Hand nehmen konnte und in andere Welten entführen konnte. Scheinbar ist dem kreativen Kopf die Kraft und Spiritualität (die er, auf dem auch schon schwächelnden "Mind Evelevation", so betonte) fast verloren hat.

Es ist fast schon traurig dieses Album zu hören, wenn man weiss, was der Mann eigentlich vollbringen kann. Trotz einer netten, kraftvollen und tanzbaren, reggae-durchtränkten Single „195lbs“ gibt es kaum Spannendes auf dem Album. Oft hat man das Gefühl, dass sich hier jemand nicht mehr richtig bemüht und dass man da mehr rausholen hätte können - aber wohl nicht wollte und langweilige Phasen als etablierte Kunst verkaufen will.

Auch das ist die Aufgabe eine Rezipienten, auch wenn es fast weh tut: Investiert Eurer Geld in seine Frühwerke – das ist besser so.

Peter Hagen

Tracks:

  • 01. Da Feelin
  • 02. 195lbs
  • 03. Be There
  • 04. Bringin It
  • 05. Calling
  • 06. Moretime
  • 07. Pretty Dark
  • 08. Hear In Colour
  • 09. Still? Yes!
  • 10. Hey Ego!

Releases:

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Interpret:
Nightmare on Wax
Label:
Warp
Stil:
Hip Hop Reggae Dub Downbeat Trip Hop

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