Review:
Hinter Nostalgia 77 steckt Ben Lamdin. Der Brite ist ein Arbeitstier. In drei Jahren hat er nun sieben Album unter diesem Projektbanner veröffentlicht. Daneben macht er mit seinem Oktett live die Bühnen und Clubs der Welt unsicher und erntete nicht nur dafür beste Kritiken. Förderlich und als Ritterschlag ist es natürlich immer zu sehen, wenn Leute und Strippenzieher wie BBC-Radiogott Gilles Peterson ihn regelmäßig lobend erwähnt und seine Produktionen mit Awards honoriert. Lamdin steht wie kaum ein anderer für kontempoären Jazz der liebend gerne die Spielarten Funk, Jazz, Downbeat, HipHop anreist. Deswegen sind seine reinen Instrumentalstücke auch ein Erlebnis für sich – auch wenn der Zauber erst richtig beginnt wenn Goldkehlchen wie Alice Russell, Elizabeth Shepherd, Bajka, Corinne Bailey Rae oder Lizzy Parks darüber singen. Wie der Titel der Doppel-CD schon verrät, kann man hier 24 Stücke aus der Nostalgia-Werkstatt hören, die Raritäten, Remixes, Kollaborationen und Live-Versionen beinhalten. Es ist wirklich erstaunlich was dieser Multi-Instrumentalist und Produzent alles schafft. Das da ganz fruchtbare Reworks von Povo, Bonobo, TM Juke oder Grant Phabao entstehen, verwundert nicht. Mit dieser Sammlung dokumentiert das Parade-Freestyle-Label das Lamdin inzwischen neben Kollege Will “Quantic” Holland zu den Prime TruThought-Soldiers gehört.
Peter Hagen