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Nouvelle Vague: Coming Home

Nouvelle Vague: Coming Home

Die Franzosen haben schon immer ein ganz sensibleres, freieres Verhältnis zu Musik im Allgemeinen gepflegt – im Gegensatz zu den Deutschen. Das wird niemand bestreiten. Allein schon wenn man etwas zurück geht und die Jazzszene der 50er und 60er Jahre, weiß man, dass unsere Nachbarn uns nicht nur in Sachen politischer Revolution einiges voraus hatten. Man liebte und lebte ,,Film Noir”, Jean Paul Sartre’s Existenzialismus und den Jazz. Später zelebrierte man dort die cinematischen Sound-Skizzen von Serge Gainsbourg die ihre Liebe zum Chanson nicht verwehrten. Lalo Schifrin’s Avangarde-Ausflug zu Gillespie’s Orchestra wurde 1961 genauso gefeiert, da haben in Deutschland noch alle auf Elvis gewartet. So haben die zwei freigeistlichen Zeitgenossen Marc Collin und Olivier Libaux sich es zur Aufgabe gemacht diesen Epochen zu erinnern. In Kombination mit dem Thema ,,Film & Musik” haben sie einen ganzen Haufen an Stücken aus diesen kreativen Phasen heraus gekramt. Sie selbst nennen es eine ,,bewusstseins-erweiternde Geschichtsstunde”. Zu dem Endergebnis kann man den beiden Herren gratulieren und kann sich nur wünschen, dass diese Compilation auch viele hörer findet – die ihre Vorurteile ablegen, den Mix aus dramatischen Zügen des Bossa Nova, Jazz und durchaus mal Klassik, ablegen. Hier gilt es einzutauchen in einen intellektuellen, farbenreichen Kosmos von Ennio Morricone, Gato Barbiere, John Barry oder Vladimir Cosma. Vive la Revolution.

Peter Hagen (Jazzriots)

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