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Ocote Soul Sounds & Adrian Que: El Nino Y El Sol

Ocote Soul Sounds & Adrian Que: El Nino Y El Sol

Was passiert, wenn zwei begnadete Musiker ihre Köpfe zusammen stecken und ihre Vision von schwer groovender Filmmusik verwirklichen wollen? Wie soll es anders sein, als das es etwas ganz Grosses wird. Und diese Bezeichnung fällt ja nun in der heutigen Zeit nur noch sehr selten. Martin Perna und Adrian Quesada gelten als Genies ihres Faches. Sie sind nicht nur beide sehr vielseitige Musiker, sondern auch Masterminds ihrer Bands (Antibalas bzw. Grupo Fantasma) – die nicht nur in Mexiko und den USA in den letzten Jahren für Furore sorgten – sie brachten auch Afrobeat wieder ins Gespräch und stehen wie kaum andere Künstler für das goldene Erbe von Legenden wie Fela Kuti und Manu Negra. Bereits im Jahre 2002 weckte das 12inch-Release “Divinorium” (auf Fruitmeat Records erschienen) das Interesse der Szene-DJs wie Bobbito, Kenny Dope, Rich Medina oder Will “Quantic” Holland. Und wirbelte einiges an Staub auf.

Nun also das Album – angereichert mit Allem was schweisstreibender, Funk-gefüllter und beseelter Afrobeat so hergibt. Neu ist lediglich, dass nicht alles reine Partymucke ist, sondern der Soundtrack zu einem imaginären Film ist, der in den Köpfen der Macher entstand. James Brown, Curtis Mayfield, Edwin Starr, Issack Hayes – sie alle schrieben zeitlose Musik für (mehr oder weniger bekannte Filme). Perna und Quesada reihen sich hier ohne wenn und aber ein. Und offensichtlich stehen die Rhythmen Afrikas mehr im Focus als es “Shaft (in Afrika)” jemals versucht hat.

Dass sie nicht ganz so puristisch an der Produktion eines Afro-Latin-Fusion-Albums festgehalten haben und auch mit einem Tool (der legendären MPC 2000) gearbeitet haben, kommt noch hinzu und bringt, wenn auch nur ein Wenig, die Aktualität der HipHop-Musik mit ein.

Der Fakt, dass mit sehr wenig bzw. minimalen Equipment hier gearbeitet wurde, bringt den “Touch of Raw” den richtige Nerds & Diggern (so nennt man die wahnwitzigen Menschen, die weltweit nach den schwarzen Gold namens Vinyl schürfen). Diese Scheibe brennt irgendwo zwischen den Fania Allstars, dem Quantic Soul Orchestra und Tony Allen – und dass hat schon lange niemand mehr geschafft. Hier muss man als Schreiberling nicht vorsichtig sein, um sich nicht vom Pressetext anstecken und täuschen zu lassen – die Euphorie bleibt echt. Diese Platten ist ganz weit oben – lasst die Sonne rein, Gringos.

Peter Hagen / Jazzriots

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