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Octopussies: Don't skip that

Review:

Analog eingespielte Musik ist wieder hip. Allein durch die kleine Soundrevolution der Dap-Kings aus New York oder Mark Ronson aus London darf es wieder handgemachter, schlicht gehaltener Groove sein. Die Magie der Soundfülle und Groovewärme der Musik der 60er Jahre versprüht heute noch ihren ganz eigenen Charme. „Vintage“ rufen da viele lauthals. Retro-Langeweile gibt es durchaus parallel dazu zu beobachten. Trittbrettfahrer sind hier schon auf Sand gelaufen. Seit dem Amy Winehouse-Welterfolg konnte man das immer wieder beobachten. Nichtsdestotrotz bestimmt nicht das Etikett „Retro“, sondern der Inhalt die Qualität.

Acht Musikfreaks aus der bayrischen Landeshauptstadt haben sich nach jahrelangem gemeinsamen „Hobby-Jammen“ den Mut gefasst, ihre groovigen Experimente aus dem Kellerproberaum nun auch der Öffentlichkeit anzubieten. Die Entscheidung war gut. Die Octopussies liefern mit ihrem Debüt „Don’t skip that“ ein sehr gelungenes Werk an Eigenwerken an, deren Seele aus der Mitte ihres Schaffens hell leuchtend „Retro“ sein will und kann, jedoch eine Menge mehr anzubieten hat. Es wäre armseelig dieses musikalsiche Oktett nur auf eine Schiene zu reduzieren, weil sie ein großes und spannendes Reportoir im Angebot haben. Daneben geben sie mit diesem Album auch ein schönes Statement ab, welches in Zeiten der Überproduktion und Hitmaschinerie wie ein Appell an die gute, alte Liebe zur Musik in der computerfreien-Zone hallt. Solche eine Botschaft ist jedoch nichts wert, wenn man kein hochwertiges Gegenmodell anbietet. Diese Gefahr besteht bei keinem der 16 Songs auf dem Album.

Das Zusammenspiel von Drums, Keyboard, Gitarre, Bass und den Turntables gelingt bestens und macht richtig Spass. Als Ausgangspunkt benutzt man hier den alten guten Funk, will jedoch nie wirklich nur nach „alt“ klingen, sich sehr wohl dran festhalten. HipHop, Rock, Reggae (respektiv Dancehall) fließen in ihre Produktionen ein und ergeben eine unterhaltsames Gesamtpaket. Ruhige Klänge sind eher rar auf diesen Album, jedoch nicht minder gut als die Partyvibes des Bühnenzaubers. Man merkt förmlich, dass die Jungs zu 100% hinter dem stehen, was dieses Album ausmacht: Einfach gute Musik. Man kann es sich beim Durchhören ihrer Scheibe lebhaft vorstellen, dass das der Stoff ist, aus dem ein gelungener Abend mit Live-Mucke besteht.

Peter Hagen

Tracks:

  • 01. Don't skip that
  • 02. Slidin'
  • 03. Fruit mash
  • 04. Let dem bleed
  • 05. Fear di drum
  • 06. Higherman
  • 07. Smells like under the bridge
  • 08. Hozilla
  • 09. Friend of mine
  • 10. That's hot
  • 11. Guitar hero
  • 12. Equality
  • 13. Break banana
  • 14. Four point presentation
  • 15. John Bluesner
  • 16. Gotta go

Releases:

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Interpret:
Octopussies
Label:
Hot Corner Records /667 / Rough Trade
Stil:
Hip Hop Freistil Funk Rock Reggae Krautrock

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