Review

Ofrin ­- On Shore Remain

Ofrin ­: On Shore Remain

Gefällig pluckernder Downbeat, angejazzte Elektronica. Chill ohne Thrill?

Berlin-Mitte-Lala für die Generation Umhängetasche? Mitnichten! Wir hören mit dem dritten Werk der 2005 gegründeten deutsch-israelischen Avantgarde-Gruppe, dass Musik nicht unbedingt so verpeilt sein muss wie die von Björk, nicht ganz so slackig wie Portishead aber auch nicht so fahrstuhlmäßig gefällig wie Saint Etienne, um modernen, paarungswilligen Großstädtern den Soundtrack ihres Lebens zu vermitteln. Wie beim Vorgängeralbum auch hat Moloko-Keyboarder Eddie Stevens die Producer-Knöpfe gedrückt, stimmlich führt Sängerin Ofri Brin und für die ungeheuer subtilen und überraschenden Kompositionen ist Oded K.dar zuständig. Die beiden hatten sich übrigens vor Jahren während ihres Dienstes bei der Armee kennen gelernt. Die Balance zwischen Kopf und Bauch, zwischen Erde und Luft, zwischen Dur und Moll ist kennzeichnend für die musikalische Arbeit von Ofrin. Da findet sich nichts Verkopftes, gewollt Weltschmerziges, keine elitäre Attitüde. Aber Lounge-Songs die brillant in die bittersüßen, pastellgrauen, bei aller Opulenz doch kargen Tage des ausklingenden Jahres passen.

Jo Neckermann

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