Es gibt immer wieder Produzenten und MC die den Scheiss wirklich unten halten. Und das in Form von „open minded“ sein. Vielleicht eine Fähigkeit, die vielen Beat-Makern und Rappern der aktuellen Generation verloren gegangen ist. Zu oft erwischt man sich dabei, dass man angeödet ist von einer allgemeinen Eintönigkeit. Wo sind die Leute die Mut zum Ungewöhnlichen, Eigenständigen haben? Diese Aktivisten gibt es natürlich noch. Leider viel zu wenig bis gar nicht auf den einschlägigen Medien die über HipHop berichten – vor allem nicht die Musikfernsehkanäle. Aber vielleicht ist das auch der Grund warum es Menschen wie Ohemga Watts gibt. Auf dem kleinen, kalifornischen Freistil-Label Ubiquity Records released er im Herbst bereits seinen zweiten Longplayer. Dieser Mann ist und bleibt seiner Linie treu und sucht immer weiter neue Wege und Formen seine Kunstform und sich weiter zu bringen. Schon auf seinem Debüt „The Find“ aus dem Jahre 2005 riefen die populärsten Freunde der Eklektik (Gilles Peterson, Benji B, Patrick Forge) frohlockend aus, dass man in Zukunft nichts an diesem kreativen Köpfchen vorbeiführen wird. Recht haben sie gehabt. Das steht fest wenn man „Watts Happening“ hört. Hier wird alles gepumpt was groovt. Psychodelischer Funk, Brasilianische Melodien und Percussions, durchaus auch mit jazzigen Momenten. Man fühlt förmlich dass der gebürtige New Yorker im Dunstkreis der Labelmates wie Greyboy oder Quantic sich wohl fühlt und verstanden wird. Die Ursprünge seines Ideenreichtums und seinen Inspirationen müssen irgendwo zwischen The Dap-Kings, J.Dilla und Kool G Rap & DJ Polo liegen – und verdammt, das ist frisch wie sehr weniges Sachen die im Moment die Runde machen. Hier schiebt das junge Megatalent ganz schön viel Boom Bap und Old School zwischen quirligen und satten Funk. Unterstützt wird der Songschreiber, Rapper, Komponist, Produzent und Musiker hier auf 20 Tunes von Soulröhre Sugarpie Desanto, Tita Lima, Labelmate Shawn Lee, Newcomer-Conscious-Rapper Theory Hazit, Triple Grip und der Lightheaded Crew. Digger, tut das gut.
Peter Hagen (Jazzriots)
Live in Deutschland:
24.10.07 Heidelberg – Karlstorbahnhof
28.10.07 Köln – Studio 672
29.10.07 München – Café Muffathalle
30.10.07 Berlin – 103 Club