Ricky Tick Records aus Helsiniki haben seit Jahren das richtige Händchen und die richtigen Künstler um die Herzen der Jazzfans weltweit zu begeistern. Dabei haben sie vor allem durch ihr Premiumprodukt, dem hauseigenen Five Corner Quintett, Fusionfreunde auf der ganzen Welt gezeigt, dass Jazz auch Tanzflächenpotential hat. BBC-Radioikone Gilles Peterson hat seine Liebesbekundungen für die skandinavischen Jazzer nicht zurückgehalten und so konnte die Nachricht vom guten, nie unterkühlten nordischen Jazz um den Globus kreisen und so etablierte sich das kleine Label aus Helsinki in den Köpfen der Jazzhörer.
Nach dem man mit Dalindeo, Timo Lassy oder Povo Acts signte die auf ganz unterschiedliche Weise ihren Fusionsgedanken formulierten, nimmt man sich nur mit dem Saxophonist Olli Ojarjävi einem Künstler an, der bereits durch seine Arbeiten mit der Country Premiere Big Band und dem UMO Jazz Orchester sich zu einem der versiertesten Jazzer in Finnland mauserte. Als Solokünstler, bzw. im Zusammenspiel mit seinem Trio, lässt Ojarjävi seinem Talent freien Lauf und grenzt seine Möglichkeiten nicht ein. In dem minimalistisch angesetzten Setup funktioniert sein Spiel perfekt und hat viel Raum für die ihm hörbar wichtige Improvisation und dadurch entstehen, ja sogar ausufernde Dynamik („Timbuktu“). Er sucht förmlich die direkte Linie zu seinen Inspirationsquellen wie Sonny Rollins, Jan Garbarek oder John Coletrane. Sicherlich gehört „Out of Mind“ zu den wichtigen Veröffentlichungen dieses Jahres, wenn man den Jazz frei und ungezügelt mag.
Peter Hagen