bookmarken bei: Delicious Wong_star08 Stumbleupon

P Brothers: The Gas

Review:

Es gibt in der Musik viele Überraschungen. Das steht fest. Jeden Tag kann man, wenn man danach sucht, neue, unglaubliche Klangwelten entdecken. Ich bin sogar überzeugt, dass es nur geht, wenn man sich nicht auf MTVIVA-Schiene setzt und auf die fahrenden Hypezüge aufspringt. Die wirkliche Entdeckung findet immer noch auf den Flohmärkten und Plattenläden dieser Welt statt. Inzwischen gibt es eine Generation, die durch den unausweichlich scheinenden Medienein- und Uberfluss nur noch mit dem Strom schwimmt. Die Gabe des Suchens scheint verloren gegangen zu sein. Damit ist auch ein wichtiger Teil der gesamten Popkultur weg gebrochen. Nicht nur die Entdeckungslust sondern auch das das Intervenieren gegen gleich bleibende Charterfolgsmuster bleibt immer mehr aus. Somit bekommt interessante Underground-Sounds oft zu wenig Beachtung.

Wie man gerade aus England weiß, passieren jedoch genau dort oft die spannendsten Dinge. Bugz in the Attic, The Streets, Benga, Digital Mystikz….in den letzten Jahren kamen aus dem vereinigten Königreich die Strömungen die wirklich Kraft und Innovation in sich bürgten. Zwischen Broken Beats, NuJazz, Jungle, Drum’n’Bass, Grime und Dubstep gab es jedoch immer noch die harten Verfechter der HipHop-Beats, die lange als zu traditionalistisch abgetan wurden. Im Zeitalter in dem HipHop über den Miami-Bass-affinen Synthie-Bounce des dreckigen Südens der USA definiert wird, ist der klassische Boom-Bap trotz der leisen Renaissance (Statik Selektah!) nur noch eine vermeidliche Randerscheinung.

Das Produzentenduo P Brothers aus Notthingham schert das nicht. Das ist eigentlich nicht Aussergewöhnliches, weil es ja einige noch aktive Verfechter des scheinbar nicht mehr zeitgenössischen Sounds zu geben scheint. Ivory & Paul S. haben etwas ganz besonderes für sich behalten. Sie entdecken einen Sound wieder, der einfach vergessen, unter den Tisch gekehrt wurde. Die faszinierende Dunkelheit und Rohheit von „Funcrusher Plus“ (Company Flow) und die tiefe Liebe zur goldenen Ära verbinden scheinbar unbekümmert vom aktuellen Zirkus perfekt – und ergänzen sie mit Bassläufen, die man sich oft in heutigen Produktionen herbei sehnt. New Yorker Rapartisten wie Roc Marciano, Milano oder Boss Money u.v.m haben das wohl frühzeitig erkannt und ergänzen mit ihren Raps die Platte zu einer dicken und vor allem herrlich trendresistenten Rapscheibe die Hardcore ist und nichts anderes will. Da hätte eigentlich nur noch Features von Sean Püüh und M.O.P gefehlt zum voll kommenden Rap-Olymp.

Peter Hagen

Releases:

Fa88402009dff3606c32bdc17d868ad2_normal
Interpret:
P Brothers
Label:
Heavy Bronx
Stil:
Hip Hop Rap

Jetzt probehören und kaufen!

Als Vinyl kaufen



Community


...und was meinst Du?

Dein Kommentar:

Comment_arrow

Hallo,
Sag uns Deine Meinung!

Bist Du bei 1beat.de Registriert? Klick hier um Dich , oder erstelle einen