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Pacewon & Mr.Green: The only color that matter is green

Pacewon & Mr.Green: The only color that matter is green

Wenn man die Ohren etws aufsperrt und sich etwas umhört hat man den Eindruck, dass die HipHop-Headz mit dem Jahr 2009 doch noch ausgesöhnt wurden. Reakwon’s 90er Flashback hat wohl alle berührt und die Dritte von Jigga’s Blueprint hat es nach mehrmaligen Hören verdient in die Jahrescharts geschafft, weil es einfach ein großes Album ist. Mos Def gehört mit seinem Album wohl bei viele Liebhabern auf die Pole Position und hat das Jahr sehr geprägt. So ist der Herbst durch die Releases wie die Kollaboration von Fashawn und Exile sowie die Funkyness und Oldschool-Flavour von Marc Hype und Jim Dunloop noch mal versüßt worden. Das Jahr 2009 war also doch kein Flop für HipHop. Ein gutes Snoop-Album ist ja auch noch im Anrollen.

Gegen Ende des Jahres wird man oft nach Jahreshitlisten gefragt. Wenn es um HipHop geht, war es jedoch ein Album von 2008, dass ich persönlich nie aus dem Player geworfen habe. Deshalb möchte ich dieses Album hier noch mal allen Freunden des gepflegten HipHop empfehlen. Neoklassizistische Booms & Baps haben uns 2009 primär Marco Polo & Torae um die Ohren gehauen und dafür viel Lob eingesteckt. Ein Jahr vorher bastelten der Produzent Mr. Green und der Outlaws-MC Pacewon (remember: „I declare war“ ?) ein gemeinsames Werk, welches unverständlicherweise kaum die Runde gemacht hat. Es wurde zwar fünf Low-Budgets-Videos dazu gedreht und ins Netz geschossen, jedoch gab es nie eine richtige Promotion dafür. „The only color that matter is green“ gehört zu den überragenden Werken der letzten Jahre, wenn man klassische Soul-Samples in dicken Beats gepackt mag. Derbe Drums wirken hier oft so roh und ungeschliffen, dass es revolutionäre Züge im Gegensatz zu den Überproduktionen und teilweise schon steril wirkenden Timbaland-Pop-Flirts verstanden werden kann. Der Geruch der Straße wird hier bewusst gefördert und unterstrichen, dass es hier nur um straighte Beats mit feinen Samples und dicken Raps versierter Straßen-Lyrik geht. Rapalben die ausnahmslos und durchgehen für Euphorie und Kopfnicken sorgen sind selten geworden. So ist das hier ein Gold-Nugget, dass durch seine Ungeschliffenheit an Glanz nicht verliert und man sich kaum davon abwenden kann. Die Parallelen zu klassischen HipHop-Combos wie Eric B. & Rakim, Gangstarr, Pete Rock & CL Smooth etc. sind sehr offensichtlich und gewollt. Boom Bap ist hier nicht als Nostalgie angesetzt, sondern als Auffassung wie HipHop zu klingen hat. Ignoranz kann so sympathisch sein – auch wenn es ja bei vielen Kollegen in dieser Art einfach langweilig und ausgelutscht klingt. Es ist eine Schande dass gerade solche Scheiben nicht auf Vinyl erschienen sind und wohl jetzt, ein Jahr später, nicht mehr auf Vinyl erscheinen werden. Als Download und CD jedoch immer noch erhältlich, sollte man dieser Jungs als HipHop-Fan wirklich mit einem Kauf unterstützen, dass man hoffentlich bald mehr davon hören kann. Ich persönlich würde mir das wünschen.

Peter Hagen

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3 Kommentare

  1. Meine lieber Herr Hagen.
    Heute ist ein toller Tag. Zuerst sehe ich, dass die Ferien näher rücken, liefere einen guten Unterricht für meine Lehrbeauftragten und versinke in der aktuellen Element of Crime.
    Doch nicht genug.
    Bei meinem regelmäßigen Besuch hier entdecke ich plötzlich diesen neuen Bericht, der mich auf vielen Ebenen erfreut.
    Zunächst erst nur Verwunderung, wieso ich diesen Titel kenne, wo er doch brandaktuell sein soll, dann erkannte ich es, war dann verwundert, wieso dieses Album hier heute auftaucht, wo es doch schon älter ist, und dann schwenkt dieses Gefühl um in Freude, DASS dieses Album hier auftaucht.
    Und dann lese ich diesen liebevollen Bericht, mit diesem herrlich optimistischen Blick auf das letzte Hip-Hop Jahr, das beeindruckend und schön und vor allen Dingen vielfach individuell war.
    Und treffender und würdigender hätte man dieses Album auch nicht beschreiben können.
    Es lohnt sich und ist auch bei mir seit dem ersten Hören nicht mehr vom Player verschwunden.
    Auch mit deinen letzten Zeilen spricht du aus meiner Seele wie Gedanken. Bei diesem Album ärgerte es mich, ebenso mit der ASM & Skrein – Pre-Emptive Nostalgia EP. Besonders ärgert es mich seit zwei Jahren bei den zwei Alben Blue & Exile Below the heavens und Braille – Shades of Green, die ich genauso lange schon unaufhörlich im Player habe. Desweiteren die Artofficial – Stranger EP. Und nicht zu vergessen Theory Hazit & Vintage – Lord Fire.
    Mir scheint gerade das viele großartigen Releases von Unbekannteren und ,trotz manch glaubenszentrierten Lyrics, unglaublich gute Rapalben und Releaes sind.
    Aber es ging ja noch viel mehr und etliche andere guten Alben sind ja zum Glück auf Platte erschienen. Und es erscheinen immer mehr, so scheint es mir!

    Soweit,
    herzliche Grüße, dieses Mal ausführlicher und deutlich Dank sagender, auf ein gutes neues Jahr,
    Martin aka Trugschluss.

    PS.: Wie erreicht man dich denn, da hier keine Adresse ähnliches hinterlegt ist?

  2. Word. Das Album ist dope. Wurde definitiv nicht groß beachtet. Die Juice hatte jedoch ein sehr sehr interessanten Artikel darüber.

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