Seit nunmehr fast 20 Jahren machen die Hamburger Kiezrocker von „Painted Air“ Musik, als hätte nach den MC 5, der Chocolate Watch Band, den Sonics und den Monks nichts mehr anderes gegeben. Das hat es zwar, aber ob es etwas Besseres war, sei dahingestellt… Wenn man beispielsweise von der durchgeknallt jaulenden Vox/Hammond/Farfisa-Orgel auf „Come On 69“ die volle Dröhnung ab hat, kommt einem jeder Synthie-Teppich wie Alleinunterhaltung für Neo-Spießer vor. Oder die Fuzz-Gitarre! So hat das damals geklungen, als Tigerstreifen- oder Wölkchenfurniere noch auf Omas Schlafzimmermöbel zu finden waren, und nicht auf Instrumenten, mit denen schließlich die Welt erobert werden sollte. Diese Band klingt nicht authentisch nach Sixties, sie IST Sixties! Rasch noch mal den Quercheck mit meinen alten „Pebbles“-Vinylschätzchen: Ja, das ist sie! Genau die Musik, mit der man sich lieber nicht bei den zukünftigen Schwiegereltern vorstellen sollte. Heute nicht, und vor 40-50 Jahren auch nicht. Es gibt sie noch, die guten Dinge…
Jo Neckermann