Review

Pajaro Sunrise – The Collapse

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Review:

MAN’S THE ONLY BIRD WHO HAS NO FEATHERS war die erste Single aus dem Album COLLAPSE von PAJARO SUNRISE, das im Herbst 2016 bei Lovemonk erschienen ist. Hier ist das Video zum Song!

“When I heard the song for the first time, I thought of infinity, repetition, and idiocy. Of how mankind disassociates itself from nature, entering an infinite loop, where the reality we live in is pure fiction, forced upon us by the system, religion, and our own routines. So I tried to follow the mood of the song, using images that suggest said concepts of repetition and mutation, juxtaposing the luminous appearance of the images with the conceptual darkness behind them.” sagt Méndez zum Song.

Yuri Méndez aka Pajaro Sunrise beginnt mit der Arbeit an „The Collapse” im Frühjahr 2015 – unter sehr speziellen Umständen: Wegen einer Bindehautentzündung muss er seine Zeit im Dunkeln verbringen und verspürt dabei den unwiderstehlichen Drang, neue Songs aufzunehmen. Also schaltet er sein Keyboard an und staunt über die kleinen roten und grünen Punkte, die die schwarzen und weißen Tasten kaum erhellen. Er greift in die Tasten, und „The Collapse” beginnt.

Im November 2015 tritt Yuri mit klarem Blick aus der Dunkelheit ans Licht und beginnt mit Bart Davenport, einem anderen Lovemonk-Künstler, die Arbeit an „The Collapse”. Zusammen mit Shawn Lee, einem der hardest working men in show business, und Yuris langjährigen Freunden und Mitarbeitern Charlie Bautista und Javier Jiménez nimmt er das Album auf.

Zwei Wochen später ist es fertig, aber als Yuri nach Madrid zurückkehrt, scheint sich der Titel des Albums auf sein Leben zu beziehen. Alles fällt zusammen. Er trennt sich von seiner langjährigen Freundin, kündigt seinen Brotjob, mehrere Freundschaften (und auch Gitarren) brechen auseinander, er ist pleite und bricht sich die Hand und muss deswegen alle Auftritte für den Sommer absagen.

„The Collapse” basiert also auf sehr realen Ereignissen, auch wenn diese sich erst nach der Aufnahme des Albums zugetragen haben, wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Zum Glück hat Pajaro Sunrise seinen Sinn für Humor nicht verloren: „We might as well sing to the collapse of everything”, singt er im Titelstück über eine eher beschwingte Melodie.

Dieser Kontrast macht „The Collapse” aus: düstere Texte über ziemlich fröhlicher Musik. Dafür ist auch Bart Davenport verantwortlich, der als Co-Produzent und Musiker an dem Album beteiligt ist. Durch ihn bekommt der Sound eine andere Note. Als langjähriger Fan der Musik von „El Barto” setzt Yuri die Gitarren ein, als ob ihr Klang eine Zeitmaschine befeuert, die den Zuhörer in eine bessere Zeit versetzt. Auch das Studio trägt seinen Teil bei. Das Punta Paloma liegt am Strand von Tarifa in Südspanien, von wo aus man Afrika sehen kann. Das Studio erzeugt ganz besondere Schwingungen – davon konnte sich Bart Davenport schon einige Jahre vorher überzeugen, als er hier für Lovemonk das wunderbare Album „Incarnations” aufnahm.

Das ist also die Geschichte. Hätte er die Wahl gehabt, hätte Yuri wohl sehr gerne auf den Teil mit der selbsterfüllenden Prophezeiung verzichtet, aber die Wirrungen des menschlichen Geistes sind unergründbar. Vielleicht hätten wir unter anderen Umständen dieses wunderschöne Album nie zu hören bekommen. Alles hat seine Richtigkeit.


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