Review

Parov Stelar: Coco

Parov Stelar: Coco

Als Mitte / Ende der 90er Jahre der so gescholtene Acid Jazz abklang und die NuJazz-Welle die Freistil-Tanzflächen mit seinen ganz eigenen Fusionen enterte, wurde das Wiener Kaffeehaus zu Lounge der freigeistigen Grooves. Weltweit wurde eine Lobeshymne nach der anderen auf die meisterhaften und mutigen Globalplayer-Ansätze von Nicola Conte, Jazzanova, United Future Organisation, 4 Hero etc. gesungen. Vergangen sind diese kreativen Tage und verloren diese Sounds auf oft belanglosen und mehr als langweiligen Lounge-Compilations. Die Zeiten stehen nun auch in den Kaffeehäusern oft nur noch auf House.

Das muss natürlich nicht heißen, dass es keine wirklich geschmeidige Alben aus dem Genre gibt, welche eigentlich keiner Schublade bedarf und nie eine wollte. Produzent Parov Stelar gehört inzwischen du denjenigen bei denen man bei neuen Platten blind zugreifen kann wenn man spannende und abwechslungsreiche Sounds zwischen Jazz und Beats haben möchte.

Auch auf seinem neuen Werk „Coco“ überzeugt Stelar mit großen Freistil-Hymnen für die Tanzflächen der Welt. Beispiele wäre „Let’s roll“ (feat. Blaktroniks), „The Mojo Radio Gang“ oder das dynamische „Catgroove“ mit seinem unvergleichlichen Trademarksound. „Hotel Axos“ könnte sogar im aktuelle Spiel zwischen Balkan Beats und Electro zur Galionsfigur werden. Wieder besticht Stelar darin Samples auf Jazz, Gipsy Sound und Weltmusik mit knackigen elektronischen Beats zu mischen. House-Elemente und HipHop-Strukturen werden auch, vor allem auf CD2, eingeflochten. Stelar scheint seine Vision vom Lounge-Sound der Jetztzeit definiert zu haben. Das funktioniert in der Bar, im Club und wahrscheinlich auch in der Badewanne. Die Mischung macht’s. Großes Kino!

Peter Hagen

Veröffentlicht am

1 Kommentar

  1. Absolut richtig! Hab mich etwa halb durchs Album gehört und kann auf alle Fälle zustimmen. Der Sound ist knackig und macht Spaß.

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