Review

Parov Stelar: The Paris Swing Box

Parov Stelar: The Paris Swing Box

Review:

Es gibt Künstler die über so viele Jahre wirklich kreativ tätig sind und wirklich bedeutende Musik schaffen, jedoch kommerziell nie erfolgreich sind. Bei dem Freistil-Produzenten Parov Stellar musste man Angst haben, dass es auch ihm so ergehen könnte. Schmiedet er doch Jahr für Jahr feinste Tanzflächenfreuden zwischen Jazz, Bossa, House und sonstiger Electronica und war bisher nur in Insiderkreise sehr geschätzt. Dabei hat er sich besonders als einer der treibenden Kräfte des Neo-Subgenre „Electroswing“ hervorgetan. Seine Werke integrierten spielend leicht Samplefetzen der ansteckenden, charmanten Musik der 1920er, 1930er und 1940er Jahre. Affine Projekte wie so manches Stück von Mr.Scruff oder Waldeck stießen mit ihrer ansteckenden Kraft und ihrem unkomplizierten Schwung sogar hier und da in den Mainstream, was u.a. Werbespots dokumentieren. Der Sommerhit 2010 „We no speak Americano“ (Yolanda Be Cool) hatte es auf etwas plakativere Weise schon ins Bewusstsein der Masse eingehämmert – der Vibe der alten Tage in neuem (Sound-)Gewand geht jung und alt nicht mehr aus dem Kopf. Blöd nur, dass man die wirklich schmucken Pionier-Stücke von dem in Linz ansässigen Produzenten Stellar, einfach mal ignorierte. Das wollte der Altmeister des Genres wohl nicht auf sich sitzen lassen und holt sich nun ein Stück des Kuchens, das er unweigerlich verdient hat. Er ist mit seiner brand neue EP schon in den Radiocharts zwischen Österreich, Schweiz, England, Deutschland, Frankreich, den USA, in Griechenland und Kanada gesetzt. Weltweit ist er in den Downbeat-Charts und den MP-Kaufhäusern wie iTunes hoch eingestiegen. Es gibt wohl doch einen gerechten Gott. Am Ende entscheidet die Qualität und „The Paris Swing Box“ zeigt, dass er der Meister im Saale ist und diesen einfach zum tanzen bringen kann. Inzwischen ist das Werk auch als Doppelvinyl und Cd zu haben. Dig it!

Peter Hagen


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