Illustres Sample-Raten und Recherche in den Tiefen der rare und weniger selten Grooves zwischen Jazz, Soul & Funk ist heute außer Mode gekommen wie das Samplen an sich auch. Sicherlich hatte Kanye West für Jay-Z’s „Blueprint“ den klassischen HipHop der auf Sampling basiert in höchster Gütequalität wieder ins Spiel gebracht und Madlib ganze Generationen verwirrt und verzaubert mit dieser Kunst, die immer noch und immer wieder zu HipHop gehört wie der DJ zum Plattenspieler. Diese Kunst hat in den goldenen und in den Zeiten danach vorallem Pete Rock mit einem Trademarksound versehen. Das ist in Stein gemeißelt und es grenzt an Blasphemie wenn man das diskutieren wollte. Aber auch die alten Helden haben oft ihren Zenit überschritten und wiederholen sich zu oft – siehe Premo. Zu oft werden den alten Großtaten keine Neuen hinzugefügt. Deshalb ist man als HipHop-Fan prinzipiell offen für die Werke der Veteranen (z.B.KRS1) feiert jedoch lange nicht mehr alles so euphorisch wie früher – vor allem deshalb, weil die Qualität abgenommen hat und man Vieles nüchterner betrachtet. Aber das ist ja auch nicht komplett negativ und schützt ja bekanntlich vor allzu großen Enttäuschungen – weil die Vorfreude ist definitiv noch vorhanden, wenn sich die Helden der vergangenen Tage zurückmelden. Bei Pete Rock war das eigentlich immer hochwertig, jedoch nicht immer spektakulär. Man neigte im Vorfeld schon dazu Superlativen zu benutzen als das Kooperationsalbum mit Smiff’n’Wessun aus dem Boot Camp anstand. New York bündelte mal wieder seine Kräfte und man darf es als durchaus gelungen und definitiv hörenswert bezeichnen – wenn man aufhört, alles Neue mit dem Alten zu vergleichen. Nein, es ist natürlich kein weiteres „Main Ingredient“ und absolut kein „Da Shinin‘“. Aber es ist Rapmusik von zwei Partien die es schafft das Branding von beiden zusammenzuführen und die beiden eine Weiterentwicklung bescheinigt. Dabei gibt es ein dopes HipHop-Album das allein schon von seiner Zusammensetzung der allgegenwärtigen Retro-Mania gewachsen ist, jedoch nicht in Nostalgie-Langeweile verstaubt. Sehr frisch und richtig gut dreckig kommt der Dancehall-Tune „This one“ neben gewohnt dirkten Genick-Banger mit Gäste wie Sean P, Bun B, Raekwon, Styles , Buckshot, Black Rob, Freeway, Memphis Bleek oder Rock of Heltah Skeltah. Vorfreude war dieses Mal nicht umsonst! Aber mal noch ne Frage an alle Heads: Sampled er auf „That’s hard“ wirklich „Reunited“ vom Wutang? Booom.
Peter Hagen
Must Have. Gerade bestellt.