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Philipp Poisel: Wo fängt dein Himmel an?

Philipp Poisel: Wo fängt dein Himmel an?

Seine Songs suchen nicht die große Melodie und den perfekten Reim, sie finden sich in vertonten Gedichten, schlicht aber wirkungsvoll. Philipp Poisel – gerade mal 25 Jahre jung, hübsch, talentiert und Stuttgarter. Den Kerl sollte man sich merken …!

Sein Debüt-Album mit 13 Titeln in 56 Minuten heißt so wie seine erste Single, „Wo fängt dein Himmel an?“, welche für einige erstaunte wie begeisterte Ohren sorgte. Dieser schöne Song mit Ohrwurm-Refrain steht stilistisch für Poisels bisheriges Gesamtwerk: Im Songwriter-Stil erzählt er mit junger, trauriger Stimme und nur von der akustischen Gitarre begleitet seine Geschichten, während sich zur Mitte des Songs hin weitere Instrumente dazugesellen und ein stimmungsvolles Bild ergeben. Doch es gibt auch wunderbare Ausreißer aus dieser Lässigkeit, wenn es plötzlich ansatzweise rockt „Als gäb’s kein Morgen mehr“ und in Vollendung rockt „Wie Du“ mit E-Gitarren und rauchiger Stimme.

Daneben gibt es die Liebesgeschichte mit Huckleberry-Finn-Charme und eingängigem Refrain („Ich und Du“), einen etwas peinlichen Wintersong („Seerosenteich“) sowie das sozialkritische Gewissen („Herr Reimer“). Weitere Highlights neben dem Titeltrack sind das sehr einfühlsame „Mit jedem deiner Fehler“ mit Cello und Klavier, der fast 7minütige Road-Song „Durch die Nacht“ sowie die zärtliche Abschlussnummer „Schweigen ist Silber“.

Philipp Poisel legt hier ein Album vor, dass man oft hören kann und sollte, denn „seine Lieder wachsen mit jedem Mal Hören und entwickeln einen wärmenden, beruhigenden Sog.”, wie Herbert Grönemeyer ganz richtig bemerkte. Dennoch darf der junge Songschreiber gerne noch etwas reifen, was erleben und durchleiden.

Regina Sommerfeld

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