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Povo: The yellow of the sun

Povo: The yellow of the sun

Jazz aus Dänemark: International wird die Combo Povo hoch gehandelt. Nun veröffentlichen sie nach euphorisch gefeierten Festivalauftritten ihr zweites Album. Die Kopenhagener haben sich für ihre smoothen Jazzexkursionen in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft gesangsgeschmeidige Unterstützung von den Goldkelchen Andy Bey, Saidah Baba Talibah und Temu Bacot geholt. So ist „The yellow of the sun“ ein großartiges Stück Jazz für die Modern geworden und es darf auch getanzt („She brings the rain“) werden – wo wir dann wieder bei der fast ermüdenden Diskussion angelangt wären, ob man auf Jazz überhaupt abhotten kann und ob es die Begriffe „Dancefloor Jazz“ oder „NuJazz“ ins Wörterbuch der Musikimperialisten ähmmm…Puristen überhaupt geschafft hat. Wer Paolo Fredighini oder Nicola Conte kennt, weiss dass das mal nach Acidjazz der heisse Scheiss war und immer noch Substanz hat. Auch wenn die Freestyle/Jazz-DJs das eigentlich kaum noch spielen oder nur noch in ihre Radiogastmixe (für Gilles Peterson oder Michael Rütten) packen, ist es immer noch deluxer Sound. Das Bob Dylan-Cover „Ist all over now, baby blue“ ist genauso faszinierend wie die verborgene Ironie auf „Try to use this argument to your bank manager“. Lars Vissing und A-P Andreasen scheinen nicht nur unglaubliche Soundvirtuosen zu sein sondern auch humoristisch und sozialkritisch zu sein. Wer das loungig-lockere „In the morning“ nicht fühlt, hat noch nie eine Wiener Melange in einem entsprechenden Kaffeehaus getrunken und entspannt dort eine Zeitung seiner Wahl gelesen. Jazz kann so unverkopft und beseelt sein – Povo beweisen dass auf eine sehr elegante Art und Weise.

Peter Hagen

Veröffentlicht am

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