Will Holland alias Quantic ist ein Phänomen. Bereits mit 18 entwarf er jazzige Downbeats mit denen er in den JazzNotJazz-Kreisen sehr schnell bekannt wurde. Es folgten großartige Freistil-Werke die Jazz verwurzelt waren und neue Sounddimensionen erschlossen. Der Ideenreichtum war es, der das Genie des jungen Briten ausmachte. Zeitgenössische Clubströmungen wie House und Broken Beats wuchsen in seinen Produktionen immer wieder mit alten Klängen zwischen Latin, Funk oder Soul zusammen. Quantic war einer der treibenden Kräfte jener weltweit verstreuten Aktivisten die sich ihre eigene futuristische Art von HipHop bauten.
Dem nicht genug, wollte Holland auch als Musiker wahrgenommen werden. So formte er das Quantic Soul Orchestra das er produzierten, dort auch aktiv an Gitarre mitwirkte und die Songs komponierte. Der Schwerpunkt lag hier in einem analog gehaltenen und aufgenommenen Vintage-Sound zwischen deepen Funk und rohem Soul.
Vor zwei Jahren hat es Holland auf seiner Suche nach Inspiration nach Kolumbien bezogen. Dort lebt er inzwischen und nimmt die lokalen Einflüsse an Musik auf. Seine letzten Werke „Tropidelico“ und „Flowering Inferno“ deuteten schon an, dass Holland ein Meister darin ist, Musikstile zu vermischen und daraus etwas neues Spannendes zu schaffen. So findet man auf seiner neuen Scheibe „Tradition in Transition“ den Sound von Mittel und Südamerika. Der jazzig-entspannte Latintwist zwischen Cumbia, Salsa, Bossa Nova und ein gehörigen Portion Soul zeigen um ein weiteres Mal dass Holland die Ideen nicht ausgehen. Um dieses vorzügliche, sommerliche Werk zu schaffen hatte er 12 Musiker aus allen Himmelrichtungen um sich geschart. U.a. den brasilianischen Vollblutmusiker Arthur Verocai und den peruanischen Pianist Alfredo Linares. Der Heliocentrics-Drummer Malcolm Catto, der bereits in der Kollaboration mit dem äthiopischen Jazzgenius Mulata Astakte punktete, wurde aus England angefordert und ergänzt die illustre Runde an großartigen Musikern im Zusammenspiel. Das Resultat ist prädestiniert für die kommenden, heißen Tage – zu Hause oder als Rhythmusgeber der nächsten Gartenparty.
Peter Hagen