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Rakim: Live, Lost & Found

Rakim: Live, Lost & Found

It’s been a long time

Nach wie vor ist es undurchschaubar wann und ob überhaupt das nächste Soloalbum des New Yorker Rap-Urgestein erscheinen wird. Auch die Interviews mit der HipHop-Ikone in verschiedenen Print & Online-Magazinen haben nie wirklich mit den Gerüchten aufgeräumt. Rakim und seine Veröffentlichungen: Das ist ein Mysterium.

Sah es doch nach einer längeren Pause, seit seinem fulminanten Comeback „The 18th letter“ danach aus, dass der werte Raphörer wieder regelmäßig in den Genuss kommen wird, mehr von „Microphone Fiend“ zu hören.

Das war im Jahr 1997. Es folgte lediglich noch ein weiteres, leider nicht ganz so starkes Album namens „The Master“ und ab diesem Zeitpunkt konnte man nur noch selten über diese lebende Legende etwas hören. Ein paar geschmacksichere Kollaborationen mit Talib Kweli, Alica Keys oder Lloyd Banks sowie ab und an ein paar Live-Auftritte. Die Zusammenarbeit für den Sportartikelhersteller NIKE brachte ihn dann letztes Jahr mit einem krachenden Ausrufezeichen wieder ins Gedächtnis der Öffentlichkeit. Mit Krs One, Nas und KanYe West machte man durchaus wieder auf die alten Helden des Spiels aufmerksam. Mit „Classic (Better than I’ve ever been)“ zollte man nicht nur der Old School und dem Nike Air Force – Schuh seinen Tribut, sondern erlangte die Kenntnis, dass zumindest Krs und Rakim lange nicht zum alten Eisen gehören. Raptechnisch gibt es heute immer noch nicht mehr als 10 MCs weltweit die auf solch einem Niveau tätig sind.

Rakim geht es wie seinem Altersgenossen Laurance „KRS“ Parker: Sie werden respektiert, teilweise vergöttert. Aber haben nie wirklich Kasse daraus gezogen. Leute wie Kanye West, 50 Cent oder P.Diddy spielen schon in ganz anderen finanziellen Ligen – die Frage stellt sich nun ob sie, wie die beiden Rapveteranen, in 20 Jahren auch noch relevant sind und ob man in der Zukunft genauso positiv über sie berichten wird?

GREATEST MC OF ALL TIME

Der Sonderstatus eines Rakim im und für die HipHop-Kultur muss eigentlich niemandem mehr erklärt werden, der sich mit HipHop etwas tiefer gehend beschäftigt hat. Der Mann lebt die Symbiose mit dem gesprochenen Wort, seinem Mic und seinem Intellekt. Seit 1986 hat er Generationen von MCs beeinflusst und verändert. Als er mit Kollege DJ Eric B. das neben Gangstarr (Premo & Guru) wohl legendärste HipHop-Duo bildete veröffentlichten sie Tracks die bis heute das Prädikat „zeitlos“ vielleicht mehr verdeutlichen als jeder andere Rapact (ohne RUN DMC jetzt für minder bezeichnen zu wollen). Nach der Trennung mit seinem Partner konnte man immer wieder mal etwas von Rakim Allah (wie er William Michael Griffin seit seinem Konfessionswechsel heisst) hören. Der streng-gläubige Muslim wendete sich sozialen Projekten zu, hing jedoch das Mic nie vollkommen an den Nagel (was Tracks wie „Juice“ oder „Hoodlum“ zeigten). Der Kontakt zur HipHop-Kultur schien nie abgebrochen zu sein. Doch die eigenen Vorstellungen von Rap scheinen sich bei Rakim mit den Kompromissen zum Mainstream nicht decken zu können. Gerüchten zufolge soll er für Aftermath Records mit Dr.Dre einige Tracks eingespielt haben. Dieses wurde nie veröffentlicht und ob das der Fan jemals zu hören bekommt steht in den Sternen des HipHop-Kosmos. Andere Gerüchte besagten, dass es nie zu solch einer Kooperation überhaupt kam.

Sicher scheint jedoch, dass Rakim plant, ein Album dieses Jahr zu veröffentlichen. Die Gerüchteküche brodelt natürlich auch auf höchster Flamme. Titel wie „Oh my God“ oder „The 7th Seal“ kursieren schon seit einigen Monaten zur die Foren des Cypherspace.

THE SAGA CONTINUES?

Um diesen Ausnahme-MC nicht zu vergessen hat KOCH RECORDS nun ein feines Packet namens „Live, Lost & Found“ geschnürt – das am 04.03.08 veröffentlicht wird. Neben dem Alltim-Classics „Move the Crowd“ oder „Paid in Full“ gibt es energische, bisher unveröffentlichte Live-Aufnahmen von „Guess who’s back“ oder „I Know you got soul“. Während er mit der Rhythm Roots Allstar Band auf Tour ist, will er sein neues Soloalbum fertig stellen. Kollaborationen mit DJ Premier oder Nas sind natürlich wieder mal nur Gerüchte denen jegliche Grundlage fehlt.

Zu all dem bekannten, geliebten und geschichtsträchtigen Material gibt es dann aber noch vier neue Songs, wobei man hier mit Sicherheit nur sagen kann, dass sie in den letzten 5 Jahren entstanden sind. Mit dem (musikalisch) zeitgenössischen Banger „It’s Nothing“ gibt es dann aber noch eine eindeutige Stellungsnahme zum augenblicklichen „State of the art“ aus der Sicht eines der wohl besten (und smoothesten) MCs unserer Zeit. Bow down.

Text: Peter Hagen

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