Review

Re:Jazz: Electrified

Re:Jazz: Electrified

Review:

Seit 2002 haben die Musiker von Re:Jazz vier Alben veröffentlicht, die national wie international Beachtung fanden. Inga Lühning, Oliver Leicht, Jan Stürmer, Andreas Manns, Volker Schmitt und Heiko Himmighoffen haben sich mit ihrem Mastermind Mathias Vogt seit 8 Jahren zum Auftrag gemacht, dem Jazz immer wieder neue Impulse zu geben. Die Offenheit und auch der oft diskutiere eklektische Gedanke steht in der Mitte ihres Schaffens. Stillstand ist der Tod – das scheint bis heute ein Leitgedanke des Musizierens und Produzierens dieser Gruppe zu sein. Erfrischend offen geht man hier mit den Fusionen mit elektronischen Sounds um. Das war wohl auch ein Grund warum man gleich das erste Werk komplett remixen lies um mehr Alarm auf den Tanzflächen machen zu können. Das ist wohl vor allem auf Vogts Zweigleisigkeit zu schließen. Dieser macht seit vielen Jahren unter dem Namen Motorcitysoul erstklassische und völlig frei bewegliche House-Mucke der es bei leibe nicht an Beseeltheit fehlt. Re:Jazz, sein Jazzprojekt, zeigt den Jazzeinfluss auf eine mehr verwurzelte Art – der es jedoch nicht minder an Horizonten fehlt. So war es absolut kohärent dass sie sich ursprünglich gründeten um Clubtunes verjazzt neu zu interpretieren.

Nun wird der Spieß erneut umgedreht. Re:Jazz bekommen ein neues Soundgewand angelegt. „Electrified“ bietet eine große Vielfalt an Klangkonstruktionen. Für den Club gibt es die deepe House-Nummer „Gabrielle“ (Kiko Navarro MIX) die mit dem Vocalgastbeitrag der bezaubernden Alice Russell verzückt. „MG4BB“ wird vondem Briten SHUR-I-KANN zu einem hypnotischen Brett aufgepumpt. Konstant spannend bleiben die Bearbeitungen von ATJAZZ. Er weiss einfach wie man einen gebrochenen Beat in Clubs schraubt und tanzbar hält. Der Ungare SAVAGES Y SUEFO mag es entspannt und unspektakulär im Downbeatbereich. HipHop, Disco, Bossa Nova verschmelzen mal wieder gekonnt und geschmeidig in dem Remix von SWELL SESSION aus Schweden. Mehr Jazz aber minder tanzbar sind die Reworks von Metropolitan Jazz Affair aus Frankreich oder Dusty aus München. Für „Twiggy Twiggy“ hat man sich ebenfalls die Musiker aus dem Nachbarland ins Haus geholt. The Dynamics haben es schon mehrfach bewiesen wie Reggae soulful und geschmeidig gehalten wird. Aber die Towa Tei-Version dieses Studentenfeten-Jazz aus der Acidjazz-Ära war eindeutig dynamischer. Da mag die japanische Gastsängerin Akiko auch nicht das Ruder herumreisen. Letztlich sind aber alle Remixes die man hier finden kann ausschließlich hochwertig und es kommt keine Minute Langeweile auf. Einige davon sind bereits auf Vinyl oder als Download erschienen. Jetzt bekommt man die geballte Ladung erstmal zusammen auf einem Silberling.

Peter Hagen


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