Reakwon: Only Built 4 Cuban Linx II
Review:
15 Jahre nach dem Debüt „Ony built 4 Cubian Linx“ des Wutang-Chefkochs Reakwons gibt es nun eine offizielle Fortsetzung. Wer in den 90er Jahren HipHop gehört, gekauft und geliebt hat ist mit diesem Album höchst wahrscheinlich so sehr verbunden wie Lukas Podolski mit dem 1.Fc Köln.
Wie Reakwon kürzlich in einigen Interviews zu Protokoll gab ist das Album deshalb entstanden weil Fans ihn kontinuierlich damit konfrontiert haben und seine Folgewerke alle immer mit dem Klassiker verglichen wurden. Vielleicht ist dem Wutang-Spitter auch einfach sein Kumpel Busta Rhymes auf die Eier gegangen, der ihn immer und immer wieder darauf hinwies eine Platte anzugehen die sich an den ersten Solojoint orientiert.
Nun hat sich Reakwon also dazu entschieden vier Jahre lang über den Umweg bei Interscope / Aftermath (Dre’s Label) an diesem Nachfolger zu arbeiten. Muss sich deshalb diese Platten keiner kritischen Betrachtung unterziehen, weil eigentlich jeder richtige HipHop-Fan sehnsüchtig wie auf Detox oder eine Nas/Premo-Kollabo wartet? Natürlich muss das auch OB4NL2! Nur weil viele Fans darauf gewartet haben, heißt es nicht, dass es über alle Dinge erhaben ist. Auch deshalb nicht weil die letzten Wu-Productionen nicht unbedingt ein Segen waren. „8 Diagrams“ allem Übel voran. Doch neue Platten, neues Spiel.
Rea hat die Platte wie den Vorgänger mit richtig vielen Songs aufgepumpt. 24 Songs sind ein gute Angebot – aber dann muss die Qualität auf die komplette Länge gehalten werden. Die Grundstimmung wird explizit am Vorgänger orientiert und von den illustren Produzenten J Dilla, Eric Sermon, RZA, Marley Marl, Pete Rock, Ice Water Productions, BT, Mathematics, Alchemist, Scram Jones und Dr. Dre aufgenommen. Fast schon erschreckend nahe an der Soundästhetik des Klassikers wird hier geschraubt und der rote Faden zieht sich ohne Ausnahme durch das ganze Album. Die düstere Atmosphäre passt wieder superb zu den Geschichten aus dem Gangsterfilm den die Herren Jadakiss, Styles P, Beanie Sigel, Slick Rick und die Wu-Family hier fahren.
Mit dem bereits kursierenden „New Wu“ hat die Platte sogar eine kleines „Ice Cream“. Wer ein Soul-durchtränkes und eindringliches Nachfolge-Model für „Cream“ sucht landet eventuell bei „Ason Jones“, das Dilla noch mehr vermissen lässt. Mit dem druckvollen Alchemist-Brett „Surgical Gloves“ und „Ten Bricks“ (ebenfalls von Dilla) gibt es aber zwei Songs etwas massiver aus der Anhäufung großartiger HipHop-Tracks hervorstechen. Auch wenn die zwei Dre-Stücke wirklich dick sind, hätte es sicher auch ohne sie gereicht, hier von einem großen Werk für die HipHop-Kultur zusprechen. Einen Klassiker wiederholen geht nicht. Die Magie von damals heraufbeschwören kann man sicherlich. Und das geht nun mal vor allem für Leute die das früher hart abgefeiert haben. Für alle andere gibt es hier viel Historie und Hits einer ganz bestimmten Marke. Das von RZA produzierte „Black Mozart“ oder „Kiss the Ring“ von Scram Jones gebaut, wird wohl noch lang in den iPods, auf den Plattentellern und auf den Mixtapes währen.
Peter Hagen







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