Dem als Skit angesetzte “Can you feel it” ruf ich laut Hals und begeistert entgegen: „YES“. Der englische Produzent Juliano Creator ist zurück. Diesmal Solo und unter dem Banner Heavyweight. Nach dem sich das Duo The Creators nach den Anfangserfolge aus dem Jahr 2000 sich getrennt hat, gibt es nun endlich Nachschlag.
Auf dem letzten Output des 90er-Duos, „The weight“, schlug der Mann mit Faible für soulige Samples zwischen dem Boom und Bap eine Brücke von London nach New York, wo er auch zeitweise lebte und aufnahm. Schon vor zehn Jahren arbeitete er für das viel beachtete Album mit US-Künstlern wie Mos Def oder El da Sensai. Auch auf dem neuen Werk hat er hochkarätige Gäste eingeladen. Wenn man die Beats hört, kann man sich ausmalen, warum es scheinbar kein großes Problem die Wunschkandidaten für jeden Beat zu bekommen. Von den Beatnutz, Guilty Simpson über Problemz hinzu Joell Ortiz – sie alle rappen vorzüglich und motiviert über diese Beats. Was heutzutage wohl keine Selbstverständnis mehr ist.
So gibt es mit „Rock ya shoulder“ oder „HipHop Throwback“ monströse Hardcore-Partybrecher die man gut und gerne mit den aktuellen Bombe von Marco Polo & Torae oder Slaughterhouse mischen kann. Gechoppt und Gecuttet in bester Tradition wird auf dem Album vom ersten bis zum letzten Takt. Die Kunst des Sampling steht hier im Fordergrund und lehnt sich bewusst an klassisches Material von Pete Rock oder Premo an. „Playing to lose“ oder „Bad Cats“ verdeutlichen das eindrucksvoll. Songs wie „This is 4 my people“ oder „Da Money“ bringen dann noch eine zweite Linie ins Spiel, die von sehr zurückgelehnten und geschmeidigen Beats das Storytelling von Evidence (Dilated people) und Glasses Malone so unterstreichen dass man sich förmlich reinlegen kann. Und dann wäre das noch das Stück „Heat“ mit Mobb Deep. Offensichtlich schon etwas älter, weil man beiden Jungs darauf hört und P noch nicht hinter schwedischen Gardinen weilte. Definitiv hat man die beiden schon sehr viele Jahre nicht mehr zu solch einer Höchstform auflaufen gehört. Der kongeniale Beats scheint sie wohl dazu getrieben haben. Das Highlight zwischen all diesen satten HipHop-Tunes stellt eindeutig „Pay your Respects“. Der Beat scheint ein unehelicher Bruder von „Simon Says“ zu sein oder entfernt verwandt. Classic Party Anthem. Vielleicht der Beat den Busta Rhymes auf seinem schwammigen „Back on my Bullshit“ gerne gehabt hätte.
Das Warten hat sich gelohnt über all die Jahre. Juliano wusste ganz genau was er hier wollte und was er kann. Deshalb ist diese Scheibe keine langweilige Retrosause sondern eine ultra-freshes HipHop-Werk.
Peter Hagen