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Reef the Lost Cauze: Fight Music

Review:

Keineswegs kann man von einer erneuten Rückkehr des typischen Eastcoastsounds sprechen, nur weil Reakwon und Sadat X sich ihrer Wurzeln und Stärken mal wieder bewusst wurden oder Statik Selektah, Illmind, Oddissee oder Marco Polo den traditionellen Boom Bap in die Post-Golden-Ära pusten. Dafür ist der Sound des Südens zu präsent. Qualitativ hochwertige und authentische Rapmusik von der Ostküste gibt es jedoch immer noch. Wenn auch nicht mehr so präsent wie Mitte / Ende der 90er Jahre.

Aus Philadelphia kennt man ja vor allem The Roots und Freeway, die die Fahne des authentischen Rap seit viele Jahren hochhalten. Reef the lost cauze ist bisher nicht in diesem Zuge genannt worden und gehört bis jetzt zu einem MC der im Schatten der Philly-HipHop-Größen stand und nur von Szeneinsidern bisher wahrgenommen wurde. Das wird sich spätestens mit diesem Album, „Fight Music“, ändern.

Seit 2003 ist Reef als MC aktiv und hatte seine ersten Gehversuche an der Highschool und später am College. In den letzten Jahren konnte er vor allem vom Internet profitieren und die Aufmerksamkeit der weltweiten HipHop-Heads auf sich ziehen. Besondern seine Kollaboration mit Marco Polo („I wonder“) hat ihn weit nach vorne katapultiert und einer breiteren Masse gezeigt, wie gesegnet dieser Rapkünstler ist. Affine Kollegen wie Little Brother, Jedi Mind Tricks oder Brother Ali erkannten sein unglaubliches Potential bereits vor Jahren und nahmen ihn mit auf ihre Touren. Dort verfeinerte der Philly-MC seinen Fähigkeiten weiter und konnte sich so eine Mitgliedschaft im elitären Kreis der Army of Pharaohs erarbeiten – jener Supergroup die schon vor Slaughterhouse für Superlative im Rapbereich und im Untergrund sorgte. Unüberhörbar hat Reef als Persönlichkeit und MC hier eine großen, weitern Schritt gemacht. Das Resultat „Fight Music“, sein neues Album, dreht am Rad der Zeit und bringt alle Zutaten mit, die in den 90ern zu einem Klassiker geführt haben. Ein hungriger MC der Storytelling sowie Battlerap beherrscht und vor niemandem stoppt und voller Energie das Feld von hinten aufräumt. Vergleiche mit Nas, Biggie oder Big L. kann und sollte man hier nicht anbringen, weil dieser Mann einen ganz eigenen Stil entwickelt hat und keinen der großen Ikonen imitieren will. Ob er mal ein wirklich Großer wird, bleibt abzuwarten. Sympathisch erscheint vorallem, dass er nicht zu den Rappern gehört die auf jeden Trendzug aufspringen. Das zeigen fast schon zeitlose Knaller wie „I am a g“ oder „What we rep“.

Für die Produktionen zeigten sich das Team Guns-N-Butter zuständig, bei den man sicher sein kann, dass ihnen eine große Zukunft gesichert ist. Als Gäste gab es auch keine Kompromisse um einen Radioeinsatz oder eine gesicherte Chartsplatzierung zubekommen. So trifft er auf affine Kollege wie Vinnie Paz, Slaine, Big Noyd und RA the Rugged Man und ein endlich mal wieder druckvoller Kool G Rap. „Fight Music“ ist unser Rapalbum des Monats Juli 2010 auf www.1beat.de weil es sich zurückerinnert und umsetzt, dass weniger mehr sein kann und so einen eindeutige nötigen Gegenpol zu viele aktuellen Werken schafft, die man unter HipHop 2010 verortet. Nicht jede Rapscheibe braucht einen Akon, Ron Brownz oder Rhianna-Pop-Chorus – Reef und seine Beatbastler erinnern imposant daran zurück.

Peter Hagen

Tracks:

  • 01. Intro
  • 02. OPG Theme
  • 03. I'm A G
  • 04. Trigger Talk
  • 05. Bosses
  • 06. Chops Speak
  • 07. Get Me Outta Here
  • 08. Suicide Slang
  • 09. Lazy Sunday
  • 10. Three Greats
  • 11. Cut U Up
  • 12. What We Rep
  • 13. Sun

Releases:

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Interpret:
Reef the Lost Cauze
Label:
Enemy Soil
Stil:
Hip Hop

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