Review

Rocky Votolato: The Bragg & Cuss

Rocky Votolato: The Bragg & Cuss

Americana, Roots-Rock. Wer so was mag, wer sich noch an Neil Youngs „Harvest Moon“ erinnern kann, ist mit diesem Album gut bedient. Wer sich dagegen noch Rocky Votolatos Punk-Attitüde und Emo-Abstecher in der Band Waxwing entsinnt, ist irritiert. Erzählte er damals über das diabolische Vergnügen, ein Knie mittels Baseballschläger zu zertrümmern, singt er heute über Werte und menschliche Nähe. Nun ja, der Mann hat zwei Kinder und es ist ihm nicht peinlich, manchmal doch viel gesetzter als ein normaler 29jähriger zu wirken. Muss dem Singer/Songwriter aus Seattle auch nicht sein, kommen doch seine Texas-Wurzeln (Rocky ist born & raised im Lonestar-State) aufs vorteilhafteste durch. Die Hammond B-3 wimmert, die Gitarren twangen und die Songs riechen nach Bourbon. Rocken ist nicht, uptempo ist auch nicht des Mannes Metier. In der Ruhe liegt die Kraft. Rocky Votolato ist angekommen, die Ernte wird eingefahren.

Jo Neckermann

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