Review

Romare – Love Songs

romare

Review:

Der britische Produzent Romare ist nach seinem letztjährigen Debütalbum „Projections“ mit dem zweiten Teil seiner Love Songs Reihe auf Ninja Tune wieder am Start und „Love Songs: Part Two“ zeigt sowohl die stringente Weiterentwicklung des Künstlers, als auch seinen wiederkehrenden ganz eigenen Stil.
Die Lieder bewegen sich erneut hauptsächlich im Mid-Tempo-Bereich und vereinen Downbeat und Electronica mit afrikanischen Rhythmen und einer liebvollen Samplewahl. Dabei überzeugen die Tracks wieder durch einen gefühlvollen, detailreichen Aufbau, was jedoch nicht zu einer Überladung der Lieder führt, gerade da diese sich meist über sechs Minuten und länger erstrecken. Ganz im Gegenteil würden manche die langen Songs schon als monotones Geplänkel bezeichnen (Grüße an meinen Vater).
Markant ist, dass Romare hierbei nun seinen knisternden Soundteppich mit analogen Synthesizern unterstützt und sich somit etwas von seinem Collagen ähnlichen Flickwerk entfernt, jedoch ohne seinen Einflussreichtum von Blues bis Techno zu verlieren. Persönliche Highlights des Albums sind das housige „Come Closer To Me“, sowie das langsam voranschreitende „Je T’aime“, was sich stetig von zärtlicher, französischer Tuschelei zu einem modernen Disco-Brett weiterentwickelt. Wahrhaftig schleppend kommt dagegen „Don’t Stop“ daher, worauf aber direkt die groovige Bassline von „Who Loves You?“ folgt und das Ganze wieder auflockert. Für Aufmunterung zwischen der ganzen Romantik darf natürlich auch sein hallend, quakender Trademark-Sound nicht fehlen, den Fans nicht nur von seiner Live-Show wiedererkennen werden. Romares Talent zwischen perfektioniertem Samplehandwerk und „echten“ Instrumenten haben unter anderem auch Größen wie Labelkollege Bonobo, Four Tet und der scheinbar allgegenwärtige Herr Peterson erkannt.
Und auch für mich ist das neue Werk des Wahl-Londoners nicht nur wegen seiner etwas cheesy geratenen Namen ein Album, das einem warm ums Herz werden lässt.
It’s all love!

Text: Henrik Hu


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