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Ron Trent & Jerome Sydenham pres.: Need 2 Soul Vol.1

Ron Trent & Jerome Sydenham pres.: Need 2 Soul Vol.1

Abgesehen davon, dass wenn zur Sommerzeit jemand über House spricht, oft einfach nur von einem „Ibiza-Sound“, oder „Zürich-Streetparade-Schranz“ gesprochen wird, ohne dass man sich auskennt, ist 2008 ein Sommer in dem es eben, wie jedes Jahr viel mehr gibt als die Massenware und Compilations, die eben genau das suggerieren. Gehen wir also etwas tiefer und damit auch oft in spannendere Sphären. Eine der hochwertigsten Alternativen zu den oft plakativen „SUMMER BEACH HOUSE“-Samplern bietet das Londoner Label Need 2 Soul Records.

Auf der ersten Compilation hat man zwei Generationen von einflussreichen Produzenten und gleichzeitig zwei sehr gute Plattendreher verpflichten können, um zwei feinste Mixe hier anbieten zu können. Auf CD1 mixt die Genrelegende Ron Trent. Selbst seit Ende der 80er Jahren infizierter House & Technoaktivist, hatte er schon sehr früh Erfolge mit den Clubhits „Altered States“ und gehört zu den Architekten des Chicago-House. Mit Partner Chez Damier definierte er massgeblich bei Prescription Records Deep House mit. Dass er eine Ahnung von den letzten 20 Jahren Clubmusic hat und durchaus von aktuellen Hits weiß, konnte er schon beweisen auf dem Mix für die Reihe „Coast 2 Coast“ auf NRG. Nun packt er wieder einige Klassiker (Glenn Underground, Laid) mit Genre-Crossover sowie Disco-Not-Disco-Hybriden (Nick Straker Band, Love Supreme) auf einen 13-Track-starken mit, natürlich, Feiergarantie.

Der New Yorker Ibandan-Soldier Jerome Sydenham geht die Sache dann doch etwas weniger Geschichtsbewusst und mehr zeitgenössischer an. Sein „explosive hi-fidelity sound“, denn er seit Jahren mit Dennis Ferrer perfektioniert und in die Welt hinaus schießt, zeigt seine Liebe zu deepen aber auch techigen Sounds oder pumpenden 90s’ Garage. Da findet auch gerne ein Stück der Kölner Kompakt-Kollegen Michael Meyer und Tobias Thomas („Über Wiesen“) oder die ebenfalls aus deutschen Landen stammenden Wighnomy Brothers („My Gloomy Head“) ein eklektisches Plätzchen. Electro wird wir nicht ausgeschlossen. Sydenham definiert sich über seine Vielfalt, behält jedoch immer alles im Griff und findet bei all dem Genre-Hopping im Clubkontext nie seine Linie. Das heimliche Highlight „The Sad Piano“ (Charles Webster Remix) ist zwar schon fünf Jahren alt, verliert aber keinen Meter an seiner Faszination. Die Compilation ist ein SURE SHOT.

Peter Hagen

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